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Wann räume ich die Weihnachtsdeko weg?
Privat

Wann räume ich die Weihnachtsdeko weg?

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt
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"Ei, bring mer die Weihnachtsdeggo auch schon in den Keller?" Unsere Nachbarin hatte uns im Treppenhaus erwischt.

In dem Jahr damals ging es schon langsam auf Ostern zu, als mein Mann und ich uns endlich den Ruck gaben, die Überbleibsel von Weihnachten wegzuräumen. Die drei Könige waren irgendwie besonders lang unterwegs und vermutlich froh, dass sie sich endlich in der Schachtel erholen konnten bis zum nächsten Weihnachten.

Irgendwann habe ich mich satt gesehen an Zweigen und Glitzer

Wir haben den letzten Leuchtstern im Fenster abgehängt. Eine seiner Sternzacken ragte so verräterisch aus dem Karton, dass unsere Nachbarin auf einen Blick erkannt hat, was wir runtertrugen.

Das war eine Ausnahme. So lange lassen wir die Weihnachtsdeko sonst nicht stehen. Irgendwann kommt ja auch der Punkt, da habe ich mich daran satt gesehen und atme auf, wenn die Wohnung wieder luftiger ist. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, um Weihnachten wegzupacken?

Ein guter Zeitpunkt ist...

Klassisch gibt es zwei Termine. Einer war gestern, der Epiphanias- oder auch Dreikönigstag. Die Weisen aus dem Morgenland folgen dem Stern und finden das Kind von Bethlehem.

So wissen selbst Menschen aus der Ferne: Gottes Sohn ist geboren. Gottes Liebe ist in der Welt. Es gibt Licht im Finstern. Damit beginnt im Kalender der Kirchen ein neuer Festkreis.

Also wäre heute oder am Wochenende ein guter Zeitpunkt, sich von Weihnachten und von der Weihnachtsdeko zu verabschieden.

Wer's länger mag...

Wer aber noch ein bisschen länger Zweige, Sterne, Krippe und Christbaum in der Wohnung haben will, hat Zeit bis zum 2. Februar. Der heißt im Kirchenkalender "Lichtmess" oder auch: "Tag der Darstellung Jesu im Tempel".

Die biblische Geschichte dazu: Nach damaligem Brauch gingen Maria und Josef, die Eltern von Jesus, 40 Tage nach dessen Geburt in den Tempel, um Gott zu danken. Darum „Darstellung Jesu im Tempel“ – das Neugeborene wurde sozusagen Gott gezeigt.

Lichtmess heißt der 2. Februar in katholischer Tradition, weil mancherorts zur Feier des Tages Lichterprozessionen stattfinden und die Kerzen für das ganze Jahr gesegnet werden.

Spielraum

Mir gefällt der Spielraum zwischen dem 7. Januar und dem 2. Februar, um die Weihnachtsdeko wegzuräumen. Mir ist wichtig, was der Epiphaniastag und Kerzensegen an Lichtmess für das ganze Jahr ausdrücken: Das Licht Gottes geht weiter mit mir. Je nachdem,  was ich brauche: Erleuchtung, Trost, mal Wärme, mal Klarheit. Licht für das ganze Jahr.

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