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Walken und Wallen - Vom Unterwegssein und Gottes Kommen
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Walken und Wallen - Vom Unterwegssein und Gottes Kommen

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Um 12 Uhr fällt der Startschuss. Heute. Beim hr4-Walking-Tag 2017. Los geht es auf dem alten Flugplatz Bonames. Auf 4 Strecken wird gewalkt. Durch den Frankfurter Grüngürtel. Mit Blick auf die Skyline und den Taunus. Ob Anfänger oder Könner - für jeden ist etwas dabei. Dafür sorgt auch das hr4-Bühnenprogramm samt Bewegungsmesse.
Letztes Jahr haben 800 Menschen sich aufgemacht. Sind gewalkt. Haben die Beine bewegt. Die Stöcke geschwungen. Und dabei den Kopf freibekommen.
Das passiert beim Walken, sagen Viele. Beim Gehen oder Joggen wird der Kopf frei. Durchgepustet. Gelüftet. Gedanken ordnen sich. Neue Erkenntnisse stellen sich ein.
Walken und Wallen haben das gemeinsam. Wallfahrer und Pilger berichten es auch: Auf dem Weg klärt sich vieles. Räumt im Kopf. Manchmal auch im Herz.

Kleopas und sein Freund haben das erlebt. Eine biblische Ostergeschichte erzählt von ihnen. Auf dem Weg sind sie. Von Jerusalem nach Emmaus. 11 Kilometer. Zügig gehen sie. Die Sonne sinkt. Das Sprechen fällt schwer. Doch es muss heraus: Ihr Schmerz. Die Verzweiflung. Ihr Nichtverstehen der letzten 3 Tage.
Jesus ist tot. Ihre Hoffnung gestorben. Die Niedergeschlagenheit geht mit ihnen. Die Beine laufen mechanisch. Sie reden über das Erlebte. Die Not der Seele findet Worte. Beim Gehen auf dem gemeinsamen Weg.
Dann geschieht es: Ein Fremder geht mit. Sie reden zu dritt. Er fragt. Interessiert sich. Sagt ihnen seine Sicht. Eröffnet einen neuen Blick. Und hilft einzuordnen, was geschehen ist.
In Emmaus laden sie den Fremden zum Essen ein. Er bricht das Brot wie Jesus es getan hat. Sie erkennen in ihm den Auferstandenen. In dem Moment verschwindet er.
Zurück bleiben zwei Jünger, die mit neuen Augen sehen. Das Leben. Sich. Ihre Zukunft. Ihren Glauben. Ostern ist geworden für die Zwei. Durch die Erfahrung:
Der Auferstandene geht mit auf unserem Weg. Unserem Lebensweg. Er kommt, wenn wir uns öffnen. Auch heute noch. Auch beim Walken könnte es geschehen ...

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