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Tag der älteren Generation
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Tag der älteren Generation

Alexander Matschak
Ein Beitrag von

Alexander Matschak,

Medienkoordinator des Bistums Mainz
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Sie sind wichtige Menschen für mich gewesen – meine Großeltern. Ich habe es als Glück empfunden, sehr junge Großeltern zu haben. Sie waren alle erst so um die 50 Jahre alt bei meiner Geburt. Ich verbinde viele Erinnerungen mit ihnen. Mein einer Großvater war Schreiner: Bis heute habe ich den Duft der Sägespäne in der Nase, wenn er an seiner großen Maschine stand und das Holz zurechtsägte und hobelte. Mein anderer Großvater ist ein großer Musikliebhaber gewesen: Gemeinsam sind wir oft in die Opern von Richard Wagner gegangen, die hat er sehr geliebt. Meine eine Oma hat mir als Kind abends zum Schlafengehen immer mit beiden Händen die Wangen gestreichelt. Noch heute spüre ich den Druck ihrer weichen Hände. Und bei meiner anderen Oma fällt mir ihr glückliches Lächeln ein, als ich sie kurz vor ihrem Tod besucht habe. Wie haben wir uns gefreut, uns noch ein letztes Mal zu sehen.

Heute, da denke ich ganz besonders an meine Großeltern. Denn heute ist der Tag der älteren Generation. Er wird in Deutschland an jedem ersten Mittwoch im April begangen. Der Tag will auf die Senioren in unserer Gesellschaft aufmerksam machen. Ein wichtiger Tag ist das, finde ich. Denn für mich hat die ältere Generation wirklich eine große Bedeutung – meine Großeltern haben mich geprägt. Außerdem: Auch ich werde ja langsam älter Und davor die Augen nicht zu verschließen, find ich auch wichtig.

Meine Großeltern haben mich fast mein ganzes Leben lang begleitet. Und ich habe sie in ganz verschiedenen Lebensphasen erlebt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mein Opa in Rente gegangen ist. Und er dann mit meiner Oma den Ruhestand in vollen Zügen genossen hat. Sie haben Reisen durch ganz Europa gemacht. Sie haben Ausflüge unternommen, sind gerne Essen gegangen. Beide waren voller Vitalität. Ich habe sie oft in dieser Zeit besucht – als Schüler und auch noch als Student. Aber dann kamen schwierige Zeiten: Meine Oma ist dement geworden, mein Opa hat sie, so gut es ging, gepflegt. Über viele Jahre. Über 90 Jahre waren sie alt, als sie starben.

All das führt mir immer wieder vor Augen: Das Alter kann sehr schöne Seiten haben. Wenn man stolz auf das Geleistete zurückblicken kann. Seine Enkel aufwachsen sieht. Die Rente gesichert jeden Monat kommt. Alt werden ist aber auch kein Zuckerschlecken. Da können Krankheiten kommen, vielleicht Verfall, Passivität, Einsamkeit. Und bei Vielen reicht die Rente hinten und vorne nicht. Ich weiß nicht, wie es mir im Alter einmal gehen wird. Ich hoffe: Ich habe auch Enkelkinder, die später einmal wunderbare Erinnerungen an mich haben. Und ich hoffe: Gott hält seine schützende Hand über mich – in jeder Lebensphase. So wie es in Psalm 91 heißt: „Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“

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