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Sich auf den Weg machen
Bildquelle: Bistum Fulda

Sich auf den Weg machen

Winfried Engel
Ein Beitrag von

Winfried Engel,

Ltd. Schulamtsdirektor i. K. i. R., Fulda
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Alljährlich haben sie sich seit Jahrzehnten auf den Weg gemacht, Hunderte, ja Tausende von Menschen, um betend und singend das Grab des heiligen Bonifatius im Fuldaer Dom zu besuchen. Heute hätten sie wieder stattfinden sollen, diese Wallfahrten. Doch die Corona-Pandemie hat das verhindert. Aus allen Orten rund um Fulda und zum Teil auch von weiter her wären sie gekommen, ganz sicher auch in diesem Jahr. Oft sind sie Stunden unterwegs sein, je nach Entfernung brechen sie in aller Frühe auf, um ihr Ziel zu erreichen: das Grab des heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen. Im Jahr 754 starb er den Märtyrertod und fand im Dom zu Fulda seine Grabstätte. Für die Wallfahrer sind der Gang durch die Krypta des Domes am Grab vorbei und natürlich auch der anschließende Gottesdienst auf dem Domplatz die Höhepunkte. Für mich war es immer ein Erlebnis, die besondere Atmosphäre zu erleben und zu sehen, wie der Glaube an den christlichen Gott Menschen im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung setzt. 

Aufbrechen, sich auf den Weg machen, bedeutet, den Ort zu verlassen, an dem ich gerade bin. Vertrautes hinter sich zu lassen bedeutet auch, auf ein anderes, vielleicht neues Ziel zuzugehen. Das ist ein alltäglicher Vorgang. Und doch gibt es besondere Aufbrüche, die mein Leben bereichern, ihm neue Impulse geben können. Dazu gehören sicher auch Wallfahrten, die in unserer Zeit durchaus populär sind. Immer wieder hört und liest man davon. Und die an einer Wallfahrt teilnehmen, kommen verändert zurück. Schnell vergessen sie die Strapazen des Weges. Was bleibt, sind Zufriedenheit und neue Kraft für den Alltag. Gerade auch deshalb werden viele die Bonifatiuswallfahrten in diesem Jahr vermissen!

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