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Rosch ha-Schana
Bild: pixabay

Rosch ha-Schana

Prof. Dr. Markus Tomberg
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Prof. Dr. Markus Tomberg,

Professor für Religionspädagogik, Fulda und Marburg
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Heute ist Rosch ha-Schana: Neujahr, im jüdischen Kalender. Der für viele fremd klingende Name bedeutet übersetzt ganz schlicht: Haupt oder Anfang des Jahres, Neujahr eben. Nur nicht am 1. Januar, sondern im September. Schana Tova, ein gutes Neues Jahr, allen, die den Tag heute feiern!

Religionen haben ihre eigene Zeitrechnung, und die ist älter als der bürgerliche Kalender. Die Karriere der Sieben-Tage-Woche geht wohl auf die Bibel zurück, ebenso wie der heutige Festtag. Die Erschaffung der Welt, so erzählt, nein, besser: singt es das erste Buch der Bibel, diese Schöpfung dauerte sechs Tage, darauf folgt ein Ruhetag. Rosch Ha-Schana erinnert daran – und besonders an den sechsten Schöpfungstag, den Tag der Erschaffung des Menschen als Ebenbild und Gottes Verwalter auf der Erde. Die traditionelle Zählung der Jahreszahl stammt übrigens aus dem 4. Jahrhundert. Nach der beginnt heute das Jahr 5782 seit der Erschaffung des Menschen.

Religionen haben ihre eigene Zeitrechnung, sie bringen Ordnung in die Zeit. Das Schöpfungslied gleich am Anfang der Bibel singt von dieser Ordnung. Es wurde Abend, es wurde Morgen: Wie mit einem Refrain endet die Geschichte jedes Schöpfungstages. Ein Ordnungsversprechen ist das gegen das Chaos. Und eine Verheißung: Die Zeit hat einen Anfang, und sie hat ein Ziel, und deshalb lohnt es, sich in ihr zu orientieren, Tage, Wochen und Jahre zu zählen und Neujahr zu feiern. Deshalb auch die Hoffnung auf ein gutes, ein besseres neues Jahr.

Diese Hoffnung braucht von Zeit zu Zeit eine Auffrischung, und Feste geben sie ihr. Gerade mit dem Neujahrsfest verbindet sich in vielen Religionen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ein jüdischer Brauch lässt die sogar auf der Zunge zergehen: Eine traditionelle Neujahrsspeise ist ein in Honig getauchter Apfel! Und ein um eine Kleinigkeit ergänzter Wunsch: Schana Tova u-metuka, ein gutes und süßes Neues Jahr: Wir alle können die Hoffnung darauf gut gebrauchen.

Deshalb noch einmal: Schana Tova allen, die den Tag heute feiern, Schana Tova für uns alle!

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