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Preppen mit Augenmaß und Gottvertrauen
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Preppen mit Augenmaß und Gottvertrauen

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von Bernd Spriestersbach, Evangelischer Pfarrer i. R., Fulda
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Vorsorgen ist sinnvoll. Sich absichern gegen alle Eventualitäten geht nicht.

‚Prepper‘ versuchen das. Abgeleitet aus dem Englischen ‚to be prepared‘: ‚Vorbereitet sein, Allzeit bereit sein‘ bereiten diese Menschen sich auf alle Arten von Katastrophen vor: Sie bunkern Lebensmittel, errichten Schutzräume, absolvieren Überlebenstrainings.

In der Bibel gibt es auch einen ‚Prepper‘. Jesus erzählt die Geschichte vom reichen Kornbauern. Der legt Vorräte an. Hat für Jahre vorgesorgt. Und ist der Meinung, damit das Leben im Griff zu haben. Eine trügerische Sicherheit. Die materiellen Schätze können das Leben nicht garantieren. In der Nacht stirbt er.

Der reiche Kornbauer der Bibel ist anders als die ‚Prepper‘ unserer Tage. Aber beiden gleich ist ihr Sicherheitsbedürfnis: Ich will so vorsorgen, dass ich ruhig und beruhigt leben kann. Ich bin vorbereitet auf die Katastrophen des Lebens. Bin gerüstet. Vertraue auf meine Vorkehrungen. Die geben Sicherheit.

Ich treffe auch Vorsorge. Habe etwas Vorräte und Mineralwasser im Keller.

Aber ich glaube nicht, dass ich mich gegen alles und jedes absichern kann. Mein Sicherheitsbedürfnis  kann ich aus eigener Kraft nicht befriedigen.

Ich denke, darum geht es Jesus. Er ist nicht gegen ein vernünftiges Vorsorgen. Vor falschen Sicherheiten aber will die Geschichte vom Kornbauern schon warnen. Und aufzeigen, was wirklich wichtig ist: „ Reich sein in Gott“.

Für mich heißt das: Zuversicht in das Leben und Gottvertrauen haben.

Zur Veranschaulichung zeigt Jesus auf die Vögel unter dem Himmel: „Seht euch die Raben an! Sie säen nicht und ernten nicht. … Aber Gott sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als die Vögel!“ (Lk 12,24). Jesus ermutigt zu solchem Gottvertrauen: Ich weiß mein Leben in seiner Hand. Zuversichtlich für das, was morgen sein wird.

Das ist ‚Preppen‘ mit Augenmaß und Gottvertrauen.    

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