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Manchmal reißt der Himmel auf
GettyImages/momnoi

Manchmal reißt der Himmel auf

Guido Hepke
Ein Beitrag von

Guido Hepke,

Evangelischer Pfarrer, Weilburg
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Laufen an der Lahn entlang. Ich liebe es. Und manchmal erlebe ich dabei ein Wunder. So wie neulich: Es hat genieselt und mir war kalt. Warum habe ich nicht auf meinen inneren Schweinehund gehört und bin zuhause geblieben? Aber gut, denke ich, jetzt bin ich ja schon unterwegs. Dann laufe ich halt weiter.
Links die Berge des Taunus, rechts der gemächlich dahingleitende Fluss – und über mir – schmutzig-grau – der wolkenverhangene Himmel. Nach ein paar Kilometern spüre ich keinen Regentropfen mehr. Dafür kommt Wind auf. Heftig fegt er durch das Tal. Und plötzlich -als hätte jemand von zwei Seiten heftig daran gezogen- reißt die Wolkendecke auf.
Gleißendes Sonnenlicht bricht durch. Ich spüre die Helligkeit warm auf meinem Gesicht. Der Himmel leuchtet in unglaublich vielen Blau- und Orangetönen. Dazwischen noch ein paar Wolkenfetzen. Ein unglaublicher Anblick. Wunderschön. Ich bleibe stehen, um das Spiel von Licht und Wolken zu betrachten.

Und mir kommt eine Geschichte in den Sinn. Vielleicht war das damals auch so. Vor 2000 Jahren, als Jesus getauft wurde. Die Bibel erzählt: Der Himmel reißt auf - und Jesus hört eine Stimme. Und die Stimme sagt: Du bist mein Sohn. Dich habe ich lieb.
Nun gut, eine Stimme von außen habe ich nicht gehört. Aber eine innere Stimme, die hat mich an diese Geschichte erinnert. Und dort, auf meinem Lauf an der Lahn, da hab ich gedacht: Ja, es gibt eine Liebe, die ist stärker als alles andere. Die kann man spüren. Weil sie manchmal durchbricht, wo man sie gar nicht erwartet. Und jeder kann das erleben.

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