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Das Vitamin Chor
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Das Vitamin Chor

Irmela Büttner
Ein Beitrag von

Irmela Büttner,

Evangelische Pfarrerin, Offenbach-Bieber
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„Vitamin Chor“, so hieß in der Zeit vor Corona einmal eine Werbekampagne des Offenbacher Sängerkreises. Auf manchen Autos sehe ich immer noch die Aufkleber. Ein schöner Vergleich, finde ich. Gemeinsam Singen als Vitamin, als Stoff, den man zum Leben braucht. Dieses Vitamin gemeinsam Singen habe ich im Lockdown sehr vermisst so wie das Zusammensein mit Menschen allgemein.

Bis große Chöre wieder live proben und singen können, wird noch dauern

Wir können nichts machen, das Virus überträgt sich über die Tröpfchen in der Luft,  und davon gibt es beim Singen viele, erst recht bei Chören, wenn mehrere Menschen ohne Maske in einem Raum sind. Erst langsam wird einiges wieder möglich. Bis sich wieder große Chöre in einem Raum treffen können, wird es noch eine Weile dauern.

In der Bibel schreien die Steine und jubeln die Bäume

In der Bibel singen nicht nur Menschen. Das hat mich in der letzten Zeit sehr getröstet. Dort lese ich von Steinen, die schreien. Der Himmel erzählt von Gottes Wundern – ich vermute, er kennt eine gute Melodie dazu. Und die Bäume jubeln. Es ist, als ob die ganze Schöpfung ein großes Lied anstimmt. So wirkt das für mich jetzt im Frühling und Frühsommer, wenn alles aufblüht, die vielen Tulpen, der Flieder, die Kirschbäume, der Raps auf den Feldern. Das kommt mir vor wie eine Rhapsodie, wie eine Ballade oder wie eine Symphonie. Da ist sozusagen ein Lied in der Welt, in das ich mich innerlich einstimmen kann.

Das Vitamin "Chor" an überraschenden Stellen finden

Das hat mir Energie gegeben und Lebendigkeit, etwas von dem Vitamin des Singens, das mir sonst gefehlt hat. Ich freue mich schon darauf, wenn Chorproben wieder möglich sein werden und viele Menschen sich in einem Raum treffen können. Bis dahin bin ich froh, alle anderen Möglichkeiten zu entdecken, die mir Lebendigkeit schenken. Und davon gibt es erstaunlich viele.

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