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Arbeitsgemeinschaft 50 plus
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Arbeitsgemeinschaft 50 plus

Jens Haupt
Ein Beitrag von

Jens Haupt,

Evangelischer Diakoniepfarrer, Bad Hersfeld
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Manchmal ist es ganz hilfreich, wenn man als verantwortlicher Leiter die Geburtstagsliste der Mitarbeitenden genau liest. Ich war erstaunt als ich las, wer alles schon 50 und älter ist. Und wen ich für jünger als 50 gehalten hatte. Daraus entstand die Idee, zu einem außergewöhnlichen Termin einzuladen.  Arbeitsgemeinschaft 50 plus. Die unter 50 waren argwöhnisch, was da wohl ohne sie besprochen würde. Das machte unser Vorhaben interessant. Wir trafen uns. Aha, das sind wir also. Und ich gehöre dazu.  Ganz schön viele, wer hätte das gedacht. Es wurde ein sehr fröhliches und ernsthaftes Gespräch über die Jahre, die jeder und jede noch bis zur Rente zu arbeiten hat. Und wie das gehen soll, gesund und fröhlich, motiviert und effizient zu arbeiten. Das eine ist ja die Erfahrung, die einem keiner nehmen kann. Wozu auch die Erfahrung gehört, dass Pausen und Erholung wichtiger geworden sind. Das andere ist die tägliche Anstrengung und wie wir sie meistern. Was mag an Neuem, an Veränderungen noch alles auf uns zukommen? Was werden wir neu lernen müssen und was verabschieden? Wir haben uns erlaubt zu fragen: Was, wenn ich es ändern könnte, möchte ich mit über 50 nicht mehr tun müssen? Protokolle schreiben! Da waren wir uns einig. Und Auseinandersetzungen zum x-ten Mal führen. Klar, dass die Jüngeren Gefahr gewittert haben, dass sie befürchtet haben, dass wir uns überlegen, was wir auf sie abwälzen können. Was haben wir umgesetzt von unseren Ideen? Wenn wir doch Protokoll schreiben müssen, tun wir es mit einem Augenzwinkern: Na gut, wenn wir müssen, dann machen wir es eben, auch wenn wir es lieber los wären. Und bei den ewig gleichen Auseinandersetzungen erinnern wir uns, wie wir es das letzte Mal doch ganz gut gelöst haben.  So könnte es gehen. Es gibt ja das Verspechen Gottes: Ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Darauf will ich mich gern verlassen, wenn es anstrengend wird, Neues ansteht und ich noch keinen Plan habe, wie ich das schaffe.

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