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Amazonas-Synode
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Amazonas-Synode

Pater Andreas Meyer
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Seit gestern tagt in Rom die so genannte Amazonas-Synode. Papst Franziskus hat im Januar 2017 das Amazonasgebiet in Peru besucht und während seines Aufenthaltes zu dieser Versammlung eingeladen, die jetzt im Oktober drei Wochen in Rom stattfindet.

Zwei Themen sind dem Papst dabei ganz besonders wichtig: Das Leben der christlichen Gemeinden im Amazonasgebiet soll gestärkt und die Menschen zum Glauben ermutigt werden. Denn die einzelnen Gemeinden leben weit verstreut in großen Gebieten. Nur wenige Priester stehen als Seelsorger zu Verfügung. Und: Der Lebensraum der Menschen muss erhalten bleiben. Dabei geht es einmal mehr um den Urwald, der rücksichtslos gerodet und zu Anbauflächen umgenutzt wird.

Beide Themen enthalten eine Menge Zündstoff. Wenn es zu wenig Priester gibt, dann ist das ein wichtiger Grund, über die Zulassung verheirateter Männer zur Priesterweihe und über Ämter für Frauen nachzudenken. Schließlich geht es um eine umfassende Seelsorge für die Menschen. Und wenn die Vertreter der Kirche für die Erhaltung der Lebensmöglichkeiten der Menschen eintreten, dann kommen sie in Konflikt mit denen, die den Urwald rücksichtslos für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zerstören.

Zündstoff steckt aber auch darin, dass die Themen der Amazonas-Synode auch für die Kirche hier bei uns in Deutschland wichtig sind. Auch bei uns gibt es ja immer weniger Priester. Viele Christen fordern deswegen, verheiratete Männer (und Frauen!) zur Priesterweihe zuzulassen. Das ist ein wichtiger Schritt, damit unsere Kirche lebendig ist und den Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden kann. Und auch bei uns wird die Sorge um unseren Lebensraum oft wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. So sind viele Menschen enttäuscht darüber, wie zaghaft das so genannte Klimapaket der Bundesregierung die Probleme angeht.

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Amazonas-Synode. Und ich hoffe sehr, dass Entscheidungen getroffen werden, die für uns hier Vorbild und Ermutigung sind.

 

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