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Zahnspange
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Zahnspange

Kurt Grützner
Ein Beitrag von

Kurt Grützner,

Landespolizeipfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel

Ist ein Leben ohne Zahnspange möglich?
Bei uns um die Ecke ist gleich eine Schule. Die Schulkinder laufen immer an unserem Haus vorbei. Ich habe den Eindruck, jedes trägt eine Zahnspange. Egal ob Junge oder Mädchen. Genauso im Bus. Kaum machen die Kinder den Mund auf, blinken sie hervor: Die Zahnspangen. Unsere Kinder hatten und haben auch welche.

Natürlich weiß ich, dass Zahnspangen schlimmeren Erkrankungen vorbeugen. Ich glaube aber, dass es auch darum geht, späterhin mit einem blendenden Lächeln beeindrucken zu können.

Krumme Zähne passen nicht ins Schönheitsideal. Und das lächelt uns von jedem Werbeplakat an. Da ist es schon schwer, sich selbst schön zu finden. Ich habe zum Beispiel nicht ganz gerade Zähne. Und auch sonst passt nicht alles bei mir ins Idealbild. Sich trotzdem selber schön zu finden ist nicht immer leicht. Das kenne ich. Was mir dabei immer wieder hilft ist ein Psalm. Da heißt es:
„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Ps 139,14)

Dass wir zu diesem Dank im Leben kommen können, das wünsche ich uns allen von Herzen, wenn wir in den Spiegel schauen, auf der Waage stehen, uns auf Fotos erkennen oder in einem Video rumlaufen. Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin. Das erkennt meine Seele. Nicht mein Auge. Mit dem Auge erkenne ich den krummen Zahn, den vielleicht zu dicken Bauch, die nicht perfekte Nase, die schütteren Haare, oder was sonst noch nicht ins Idealbild passt.
Die Seele aber erkennt, dass ich wunderbar gemacht bin. Dafür danke ich Gott.
Diesen dankbaren Seelenblick wünsche ich ihnen auch.

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