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The Song of Names
picture alliance / Everett Collection | ©Sony Pictures/Courtesy Everett Collection

The Song of Names

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von

Dr. Fabian Vogt,

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in:Heute kommt ein ungewöhnlicher Film in die Kinos: „The Song of Names“. Er erzählt die Geschichte eines jüdischen Jungen, der während des Zweiten Weltkriegs Unterschlupf in London findet. Bald stellt sich raus: David ist ein musikalisches Genie und spielt unfassbar gut Geige. Doch 1951, als er zum ersten Mal auf einer großen Bühne auftreten könnte, verschwindet er einfach. Warum? Darum geht es in „The Song of Names“.

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Lohnt sich der Film?

Ich finde: Ja. Schon, weil die Story so spannend ist. Sie spielt nämlich 35 Jahre, nachdem David verschwunden ist. Sein alter Freund Martin sieht bei einem Vorspiel einen Geiger, der eine ganz bestimmte Geste vor dem Spielen macht. Und Martin weiß sofort: Diese Geste kann der Schüler nur von David gelernt haben. Das heißt: David lebt noch. Irgendwo. Also macht sich Martin auf, um seinen verschwundenen Freund zu suchen.

„The song of Names“ ist eine Mischung aus detektivischer Suche, Musikfilm und großem Drama – mit der Frage: Warum hat dieser unfassbar talentierte Künstler seine Karriere sausen lassen?

Und warum heißt der Film „The Song of Names“?

Der Titel „The Song of Names“ bezieht sich auf ein jüdisches Ritual: Überlebende der Konzentrationslager haben angefangen, die Namen der Verstorbenen in Form von Liedern zu singen, um sie nicht zu vergessen. Im Film erfahren wir später, dass David seine Familie im Konzentrationslager verloren hat. Letztlich zeigt der Film also, wie sehr der Holocaust Menschen traumatisiert hat.

David, der Geiger, wird durch so ein Lied völlig verändert. Wobei man eines verraten darf: Die besondere Kraft jüdischer Klagelieder besteht darin, dass sie auch im schrecklichsten Moment Gott loben und an die Kraft des Lebens glauben.

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