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Schöpfungsauftrag und vegane Ernährung

Schöpfungsauftrag und vegane Ernährung

Gunnar Bach
Ein Beitrag von

Gunnar Bach,

Katholischer Pastoralreferent, Pfarrei Liebfrauen, Westerburg
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Vegane Ernährung ist in. Immer mehr machen mit bei diesem Trend. Auch viele Christen. Seit letztem Jahr gibt es in der Pfarrei Liebfrauen in Westerburg, in der ich als Seelsorger arbeite, Gebetswanderungen in Gottes Schöpfung. Die nächste Wanderung nimmt die Tiere als unsere Mitgeschöpfe in den Blick. Alexandra Cäsar ist auch mit dabei, eine Lehrerin aus unserer Gemeinde. Sie ist Veganerin und auch überzeugte Christin. Sie ist sich sicher: Der Herrschaftsauftrag aus dem ersten Buch der Bibel wird ganz oft falsch übersetzt. Die Menschen sollen sich nicht „die Erde Untertan machen“, sondern „den Fuß auf sie setzen“ übersetzt sie, das heißt: sie als Lebensraum verantwortlich gestalten. Viele Tiere haben ihrer Meinung nach besonders zu leiden unter dem oft falsch verstandenen „Herrschaftsauftrag“.  Über Jahrhunderte hinweg ist etwas schief gelaufen. Massenhafter Tod und erbärmliches Leid der Tiere in den Schlachthöfen. Alexandra fehlt bei vielen das Mitleiden mit den Tieren. Tiere sind ebenso wie der Mensch Geschöpfe Gottes.

Bei der ersten Wanderung zu diesem Thema im vergangenen Jahr war Alexandras Meinung zum Tierschutz und der Bibel starker Tobak.

Manche hatten sich eine idyllische Wanderung erwartet. Dass wir dabei Texte aus der Bibel lesen und zusammen singen und beten, bin ich als regelmäßiger Besucher von Gottesdiensten gewohnt. Aber wir haben auch unterwegs rege diskutiert darüber: mache ich mir im Alltag darüber Gedanken, ob und wie das Schwein oder das Rind leiden mussten? Wie wurde das Tier gehalten?  Wie mag es dem Tier ergangen sein bei der Schlachtung? Mache ich es mir bewusst im Alltag: da liegt ein Teil von einem toten Tier auf meinem Frühstücksbrot oder auf meinem Bratenteller?

Ich muss zugeben: mir gingen die Fragen und Gespräche während der Wanderung unter die Haut. Und ich habe danach eine Zeit lang versucht, zumindest vegetarisch zu leben. Nebenbei habe ich auch etwas Gutes zur CO2-Vermeidung und den Klimaschutz getan.

Auch wenn ich es nicht geschafft habe, Vegetarier oder Veganer zu werden: Eines habe ich mir jedenfalls vorgenommen: Ich möchte in Zukunft noch weniger Fleisch und Tierprodukte essen.

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