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Niklaus ist ein guter Mann
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Niklaus ist ein guter Mann

Eva Reuter
Ein Beitrag von

Eva Reuter,

Katholische Dekanatsreferentin, Dekanat Mainz-Stadt, Mainz
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Heute denke ich an einen Kollegen, der Geschenke verteilt. Heute, am Tag des Heiligen Nikolaus, geht  er durch sein Viertel und verschenkt Schokolade an Menschen, die anderen Menschen helfen.

Das hat er schon in den vergangenen Jahren getan und dabei viel Freude ausgelöst. Er geht zu Feuerwehrleuten, Mitarbeiterinnen der Sozialstation, Freiwilligen bei der Tafel und zur Müllabfuhr. Er bedenkt auch ein paar Leute aus seiner Kirchengemeinde, die sich besonders für hilfsbedürftige Menschen engagieren.

Ich finde das eine tolle Idee. Da überträgt jemand das alte Lied „Niklaus ist ein guter Mann“ auf die Menschen in seinem Stadtviertel und erinnert so an den Heiligen Nikolaus und daran, wie er damals zu seiner Zeit Menschen geholfen hat.

Obwohl der Heilige Nikolaus schon viele hundert Jahre tot ist, haben sich Geschichten erhalten, die davon erzählen, wie er sich für Menschen in Not eingesetzt hat. Eine Geschichte erzählt: Er hat Schiffsladungen von Korn an diejenigen Menschen in seiner Stadt verteilt, die fast verhungert wären, und dabei großen Ärger mit dem Kaiser in Kauf genommen. Die bekannteste Geschichte ist sicher die, in der damalige Bischof von Myra drei Schwestern Gold durchs Fenster geworfen hat, damit sie nicht zwangsverheiratet werden. Sie ist der Hintergrund für die Tradition, heute Kinder zu beschenken.

Heute kennt man den Heiligen Nikolaus eigentlich nur noch als denjenigen, der den Kindern Süßigkeiten und Geschenke in die Stiefel steckt. Das ist eine schöne Tradition, aber durch die Aktion von meinem Kollegen, der Helfende beschenkt, wird für mich viel klarer, worum es am Tag des Heiligen Bischof Nikolaus aus Myra eigentlich geht: Es geht darum, die Hilfsbedürftigkeit eines anderen Menschen zu sehen, und etwas zu tun. Und ein bisschen geht es auch darum, das Gute in der Welt weiter zu verbreiten.

Ich erinnere mich heute nicht nur an den guten Mann damals, dem man nicht genug danken kann, wie es in dem Lied heißt. Ich erinnere heute auch an all die Menschen, denen man heute gar nicht genug danken kann für all das, was sie das ganze Jahr über für andere tun: Sie stehen Tag und Nacht bereit für Notfälle,  besuchen alte und kranke Menschen und helfen ihnen, verteilen Essen an hungrige Menschen,  machen die Drecksarbeit oder sehen einfach Not und handeln.

Ein Schokoladen-Nikolaus ist nicht das Bundesverdienstkreuz und auch nicht wirklich wertvoll, aber ich finde, die Geste macht deutlich: Für das Gute, was Menschen tun, soll man ruhig ab und zu mal Danke sagen. Die Freude der Beschenkten zeigt, wie gut es ihnen tut, dass ihr Dienst anerkannt wird. Aufwiegen kann man ihn meistens sowieso nicht.

Ich finde es wichtig, dass es Menschen wie meinen Kollegen gibt, die immer wieder mal darauf aufmerksam machen, wer alles Gutes tut. Sonst wird es leicht übersehen oder für selbstverständlich gehalten. Und so bekommt der Nikolaustag doch eine schöne Bedeutung: Nicht nur die Not sehen und handeln, sondern auch die Hilfe sehen und danken. Gerne auch mit einem Nikolaus aus Schokolade.

 

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