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Erinnerungsreise mit dem Handy
Bildquelle: pixabay

Erinnerungsreise mit dem Handy

Rolf Müller
Ein Beitrag von

Rolf Müller,

Pastoralreferent Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Frankfurt
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“Ihr Speicherplatz ist fast voll!” – plötzlich war diese Meldung auf meinem Handybildschirm, und mir war klar: Jetzt muss ich einiges auf meinem Smartphone löschen, damit ich wieder Platz bekomme. Ich habe da gleich an meine vielen Fotos auf dem Smartphone gedacht. Und so habe ich mich an einem Sonntagmittag an mein Handy gesetzt, um mir diese Fotos alle einmal anzuschauen – so, wie ich das ganz früher mit den Fotoalben gemacht habe.

Eine Reise zurück ins letzte Jahrzehnt

Ich war überrascht, als ich gemerkt habe: In den letzten zehn Jahren haben sich über eintausendfünfhundert Bilder dort angesammelt. Als ich mir die vielen Bilder angeschaut habe, war das für mich wie eine kleine innere Reise durch das letzte Jahrzehnt. Ich habe gemerkt: Von fast allen wichtigen Erlebnissen habe ich ein Foto auf meinem Handy. Da waren Bilder von wunderschönen Reisen, von tollen Orten in vielen Ländern. Auf manchen waren bekannte Leuten drauf; sogar ein Foto vom Fernsehbildschirm mit dem frisch gewählten Papst Franziskus vor acht Jahren auf dem Petersplatz war dabei. Auf den Fotos waren viele Menschen drauf, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Trauer und Freude

Bei manchen Bildern habe ich mich an bewegende Momente zurückerinnert: Die Abschiedsfeier eines lieben Kollegen aus dem Dienst oder die Taufe meines kleinen Patenkinds. Es waren auch Bilder von traurigen Momenten dabei; der letzte Besuch bei meinem kranken Vater, Bilder von lieben Menschen, die mittlerweile gestorben sind.

Und es war gut

Über zwei Stunden habe ich so an meinem Handy verbracht. Das hat mir gutgetan. Denn mir ist klar geworden: Alles in allem war das letztes Jahrzehnt ein gutes für mich gewesen. Ich habe sogar ein kleines Stoßgebet gesprochen: „Danke, Gott, für die vielen Erlebnisse und besonders für die Menschen, die ich in all den Jahren getroffen habe!“ Ich habe gemerkt: Diese Erinnerungsreise hat mir Freude und viel Mut für die Zukunft gemacht - und das mitten in der oft so traurigen Corona-Zeit.

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