Ihr Suchbegriff
Beitrag anhören:
Ein kleines Buch für Große
Bildquelle Pixabay

Ein kleines Buch für Große

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
Beitrag anhören:

Heute kommt er zur Welt. Heute vor fünfundsiebzig Jahren. Und wird die Welt nie mehr verlassen, davon bin ich überzeugt. Solange es Bücher gibt, wird das hier dabei sein: „Der kleine Prinz“, von Antoine de Saint-Exupéry, das kleine Buch für Große, ein Welterfolg bis heute. Vor fünfundsiebzig Jahren wird er geboren, der kleine Prinz, und ist heute immer noch klein wie sein Büchlein. Und immer noch anrührend, wie er mit einfachen Worten über das Leben spricht. Als wäre das Leben leicht. Federleicht wie Vögel am Himmel. Ist es vielleicht auch, manchmal, wer weiß. Wenn man beherzigt, was der kleine Prinz rät, uns schweren und vielfach geplagten Erwachsenen: Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar

Das klingt so einfach. Wie ein Spruch auf dem Kalender. Aber das Leben ist manchmal einfach. Anders gesagt: Es ist schwer, schmerzhaft, unübersichtlich; es kennt aber einen Weg, der nicht so schwer und weniger schmerzhaft ist: Der Blick des Herzens. Der heißt: wir sind Menschen. Keine Helden und keine Kraftprotze. Wir sind Menschen. Bedürftig und sehnsüchtig. Ich bin das und Sie sind das und die anderen auch. Wer groß tut, hat es nötig, weil er sich klein fühlt. Und wer an sich verzagt oder vor der dem Leben davonläuft, sucht trotzdem nach Fürsorge. Selten sind wir, was wir vorgeben zu sein. Meistens sehnen wir uns nach Vielem und brauchen viel weniger, als wir meinen. Eins aber brauchen wir immer: Dass jemand uns mit dem Herzen ansieht.

Also als Mensch. Der sich Mühe gibt, hoffentlich. Der sich und sein Leben verstehen will, möglichst. Das geht nicht nur mit dem Kopf. Dazu braucht es das Herz. Es spricht eine andere Sprache als der Verstand. Nicht besser, nicht schöner, nur anders. Mein Herz sieht und sagt mir: Bilde dir auf nichts etwas ein; tu nicht groß; sei aber dankbar. Dankbar für das, was ist. Es ist längst nicht alles schön, weiß Gott nicht. Es lässt sich manches auch verändern mit Gottes Hilfe. Tu aber nicht, als drehtest Du an der Welt. Und achte auf die, die nicht mehr mitkommen. Neige dich ihnen zu in Gottes Namen. Und wenn du nicht an ihn glaubst, übe trotzdem Liebe. So gut Du kannst. Liebe sieht mit dem Herzen. Und Gott auch.

 

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren