Ihr Suchbegriff
Beitrag anhören:
Der Anfang der neuen Welt
Bildquelle Pixabay

Der Anfang der neuen Welt

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
Beitrag anhören:

Jetzt beginnt die neue Welt. Mit einem riesigen Pilz. Dem Atompilz über Hiroshima, heute vor 73 Jahren. Amerika griff zum letzten Mittel, zum neuesten und schlimmsten: Zur Atombombe. Die erste hörte auf den niedlichen Namen „Little Boy“, kleiner Junge. Sie fiel auf Hiroshima; drei Tage später auf Nagasaki („Fat Man“ hieß diese Bombe). Amerika erreichte sein Ziel. Japan kapitulierte. Bis heute sind etwa eine Million Menschen an den Folgen der Atombombe gestorben. Vom verwüsteten Land ganz zu schweigen. Was damals geschah, war Anfang einer neuen Welt.

            Wir können uns selbst zerstören. Und die Erde gleich mit. Das ist neu seit dem 6. August 1945. Menschen haben Fähigkeiten, die Erde zu zerstören. Wir können den Schöpfer nicht auslöschen, aber seine Schöpfung. Hiroshima wurde zum Gipfel der Schrecken. Eine einzige Bombe, und mehr als eine Stadt ist ausgelöscht. Und die Bombe von Hiroshima war noch eher klein. Was wird geschehen, wenn heute eine solche Waffe eingesetzt wird?

            Man muss sich schützen, verteidigen können. Staaten wollen sicher leben. Das sollen sie auch. Dürfen sie aber bis zum Äußersten gehen? Der Anfang der neuen Welt, damals in Hiroshima, war auch der Anfang der Einsicht: Wir dürfen nicht bis zum Äußersten gehen. Vielleicht muss man einander abschrecken können, das weiß ich nicht. Aber eins weiß ich. Jedes Jahr am 6. August schaue ich auf Bilder aus Hiroshima. Dort bitten sie die ganze Welt und mich: Verzichtet auf diese Waffe. Verzichtet um Gottes und der Menschen willen auf diese Waffe. Am besten auf alle Waffen. Dann wird die Welt wirklich neu. Und schöner.

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren