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Kirchen als Orientierungspunkt auf dem Weg des Lebens
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Kirchen als Orientierungspunkt auf dem Weg des Lebens

Till Martin Wisseler
Ein Beitrag von

Till Martin Wisseler,

Evangelischer Pfarrer, Langenselbold
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Auf einer Wanderung bin ich einen neuen, unbekannten Weg gegangen. Ein Abschnitt führte anstrengend bergauf. Eine gute Aussicht belohnte mich dann. Der Himmel blau, die Luft klar, in der Weite das nordhessische Bergland. Direkt vor mit verschiedene Täler. Kleine Ortschaften mit ihren Kirchen. Eine Idylle, friedlich und ruhig. Wunderbar, das gab mir Kraft. Dann wurde ich nachdenklich. Ich sah die Kirchen vor mir liegen und dachte daran, wie viele inzwischen in die Jahre gekommen sind. Es ist eine richtige Herkulesaufgabe, sie zu erhalten und zu bewirtschaften. Dabei sind sie doch so wichtig, die Kirchen: So viele Menschen haben dort bisher ihre Freude geteilt, wenn neu geborene oder auch ältere Kinder dort getauft wurden. So viele haben dort auch ihr Leid geteilt, wenn von lieben Menschen Abschied genommen werden musste. Und noch so viel mehr haben gedankt oder geklagt. In der Kirche kann häufig mehr gesagt werden, als es im Alltag möglich ist. Auch unsere Eltern Großeltern wurden dort konfirmiert, sind mit ihren Sorgen und Freuden in den Gottesdienst gekommen. Ich glaube, von den Kirchen geht eine besondere Kraft aus, die wir selbst nicht liefern können. Auf geheimnisvolle Weise vermitteln sie manchem Geborgenheit.

Kirchen zeigen etwas, was schwerfällt, in Worte zu fassen. Warum sonst haben sich beispielsweise so viele Menschen beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche engagiert? Die Stiftungen für Kirchenbau sind beliebt, unabhängig von der formalen Kirchenmitgliedschaft derer, die ihr Geld geben.

Die Kirche ist das Haus, das Freude und Leid aufnehmen kann. Und wo möglich gelingt es dort, den Sinn des Lebens ein wenig besser zu verstehen und dann getroster zu leben. Auch wenn der Weg anstrengend ist, wünsche ich den Ortsgemeinschaften, dass es gelingt, ihre Kirche zu erhalten und zu bewirtschaften.

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