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Ja, mach nur einen Plan
Bild: Gerd Altmann/Pixabay

Ja, mach nur einen Plan

Maike Westhelle
Ein Beitrag von

Maike Westhelle,

Evangelische Pfarrerin, Schulseelsorgerin, Kassel
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Ich bin eine, die gern plant. Nicht nur den Einkauf oder die Packliste, sondern auch Begegnungen oder schwierige Gespräche. Neulich hatte ich eine schlechte Nachricht zu überbringen und habe mir schon tagelang vorher überlegt, wie das wohl am besten geht. Meine Familie ist manchmal leicht genervt, wenn ich meine komplizierten „wenn – dann“ Überlegungen anstelle.

„Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht. Und mach dann noch nen zweiten Plan, geh’n tun sie beide nicht.“ Das hat Bertolt Brecht gedichtet, ein Lied aus der Dreigroschenoper. Und ziemlich oft hat er recht: Meine Pläne scheitern grandios. Weil sich die Gesprächspartnerin eben nicht so verhält, wie ich mir das gedacht hatte. Oder weil sich längst bestimmte Bedingungen oder Inhalte verschoben haben.

Weil ich das inzwischen mehrfach gemerkt habe, kommt mir das diesjährige Fastenmotto entgegen: Zuversicht - Sieben Wochen ohne Pessimismus. Denn ehrlich gesagt gehe ich bei meinen Plänen oft von den schlimmsten Szenarien aus, die ich gern schon im Vorfeld bedacht haben will. Meine Pläne sollen mich vor dem Scheitern oder anderen Katastrophen schützen.

In dieser Fastenzeit habe ich es nun schon öfter probiert, einfach zuversichtlich in die Situationen hineinzugehen. Mein neuer Plan ist deshalb jetzt zu beten. Gott zu bitten, dass er für alles Nötige sorgt – wenn schwierige Gespräche anstehen oder komplizierte Gruppensituationen. Und zu meiner eigenen Überraschung funktioniert das viel besser, als ich gedacht hätte.

In der Bibel heißt es: „Alle eure Sorge tragt vor Gott, denn er sorgt für euch“ (1 Petr 5,7) Das klingt doch nach einem guten Plan: das Sorgen und Planen einfach dem zu überlassen, der die Welt in Händen hält.

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