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Heilige drei Könige
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Heilige drei Könige

Clemens Weißenberger
Ein Beitrag von

Clemens Weißenberger,

Katholischer Pastoralreferent und Polizeiseelsorger, Frankfurt
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Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich als Junge in unserem Ort als einer der heiligen drei Könige unterwegs war. Unseren Gruß zum neuen Jahr „Christus segne dieses Haus“ haben wir nicht nur gesagt, sondern auch mit Kreide an die Türpfosten und Eingänge der Wohnungen geschrieben. Dafür stehen nämlich die Buchstaben C, M und B: Christus mansionem benedicat. Und dann noch das Jahr dazu. Gut war es, wenn da noch die Buchstaben vom letzten Jahr standen, dann mussten wir nur die Jahreszahl ändern. Das Sternsingen hat sich damals doppelt geloht: Wir haben Geld für Kinder in Not gesammelt – aber auch bei fast jedem Haus etwas Süßes für uns bekommen.

Das Dreikönigssingen hat eine lange Tradition in der katholischen Kirche und ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger mehr als eine Milliarde Euro gesammelt. Dieses Jahr stehen Kinder mit Behinderung unter dem Motto «Wir gehören zusammen - in Peru und weltweit» im Mittelpunkt. Dafür gehen die Kinder von Tür zu Tür.

Auch ich war meistens einen ganzen Tag unterwegs. Lied, ein Spruch und zum Schluss Weihrauch. Ich gebe zu, es war auch manchmal echt anstrengend. Kälte, lahme Beine, dumme Sprüche. Und öfters Türen, die sich uns nicht öffneten.  Mir taten die Leute eher leid, die uns nicht aufmachten oder sogar beschimpften. Verstanden die nicht, worum es uns ging und worum es bis heute den Kindern geht? Wir wollen Kindern helfen. Wir wollen die Not anderer Kinder lindern.

Später habe ich als Seelsorger in einer Gemeinde die Sternsingeraktion begleitet. Und oft dabei gehört, wie sehr sich vor allem ältere und einsame Menschen gefreut haben, den Besuch der Sternsinger zu bekommen. Eine Geschichte, die rührt mich noch immer an. Da war eine ältere Frau. Wir klingelten. Und als sie die Tür öffnete, sagte sie: „Ich kann Euch aber gar nicht so viel geben, ich habe selbst nur so wenig Rente. Kommt Ihr trotzdem zu mir?“ Klar, dass wir Ja gesagt haben. Denn der Segen Gottes zum neuen Jahr, der ist kostenlos, aber bestimmt nicht umsonst. Und das, was sie als bisschen Geld ansah, das hat sich angesammelt. Und konnte dazu genutzt werden, mit der Spende so vieler etwas Gutes in der Welt zu bewirken. Wenn das mal kein gescheiter Segen zum Jahresbeginn ist!

 

 

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