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Gott – mehr als ein Name
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Gott – mehr als ein Name

Susanna Petig
Ein Beitrag von

Susanna Petig,

Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder
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Kennen Sie den Namen Gottes?
Christinnen und Christen sagen ja meistens einfach „Gott“ –  aber das ist, streng genommen, gar kein Name, sondern eine Bezeichnung wie „Mensch“.
Im hebräischen Teil der Bibel ist sein Name aufgeschrieben. Er bedeutet übersetzt so viel wie „Ich bin, der ich bin“ oder „Ich bin da“.
Luther hat ihn mit „der HERR“ übersetzt.
Dass es sich dabei eigentlich um einen richtigen persönlichen Eigennamen handelt, fällt einem vielleicht gar nicht unbedingt auf. - Gut, könnte man denken, aber es trifft ja trotzdem zu. Gott ist doch der, der herrscht und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. - Stimmt. Aber ich finde es schade, wenn andere Seiten Gottes so ganz im Dunkeln bleiben.
Wenn ich die Bezeichnung „Herr“ mal durch eine andere ersetze, hört sich das erste Gebot vielleicht so an: „Ich bin der Lebendige, der ich dich aus Ägypten, aus der Knechtschaft, geführt habe.“ (2.Mose 20,2)
Da wird plötzlich viel deutlicher, dass es hier gar nicht um Herrschaft und Unterordnung geht, sondern vielmehr um Befreiung  aus Unterdrückung und Unrecht. Gott befreit und hilft; er hat eine Beziehung zu uns Menschen.
Das kann man eigentlich schon an seinem Namen erkennen.
Ich glaube, wie wir Gott bezeichnen und benennen, hat ganz viel damit zu tun, was wir selbst wichtig finden bei Gott. Oder wie wir selbst ihn schon erlebt haben.
Manche mussten vielleicht ganz schwierige Zeiten durchleben. Sie wären daran verzweifelt, wenn sie ihr Gottvertrauen nicht gehabt hätten. Sie bezeichnen deshalb Gott als ihre Burg oder ihren Fels, der ihnen Halt gab.
Andere haben bei Gott Trost erfahren, wie früher als Kinder bei ihren Eltern.
Deshalb reden sie Gott als Mutter oder als Vater an.
Ich finde es richtig und auch schön, wenn wir die Erfahrungen, die wir mit Gott machen, in die Anrede mit einfließen lassen. So wie wir ja auch Kosenamen oder Spitznamen für unsere Liebsten und Freunde haben. Und das kann sich hier und da ändern mit der Zeit. Unser Gottesverhältnis ist nicht immer gleich, es verändert sich.
Manchmal sind wir möglicherweise auch mal zornig und drücken auch das in unserer Anrede an Gott aus.
Hauptsache: Wir suchen mit ihm das Gespräch. Da ist die Anrede zweitrangig.
Hauptsache: Wir bleiben mit ihm in Kontakt und sagen ihm, was uns umtreibt.
Denn genau so bleiben wir offen für neue Erfahrungen mit ihm.

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