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Bonifatius, der Wohltäter
Foto: pixabay / geralt

Bonifatius, der Wohltäter

Uwe Groß
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Uwe Groß,

Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden
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Bonifatius – der Apostel der Deutschen. Heute ist nach dem katholischen Heiligenkalender sein Tag. In Wiesbaden ist die bedeutendste Stadtkirche dem heiligen Bonifatius gewidmet. Und von Mainz nach Fulda führt die Bonifatiusroute. Vor ein paar Jahren hab ich sie mit meiner Frau abgeradelt. Es ist der Weg, auf dem man Bonifatius` Leichnam zu seinem Grab in den Dom von Fulda gebracht hat. In Hessen gibt es viele Spuren, die der Heilige im achten Jahrhundert hinterlassen hat: In Fritzlar steht beispielsweise der große Bonifatiusdom, der daran erinnert, dass der Missionar dort eine bedeutende Eiche der alten Germanen umgehauen hat, um allen zu zeigen, dass deren heidnische Götter nicht existieren. „Der Apostel der Deutschen“ , wie er seit dem 16. Jahrhundert verehrt wird, hat vor allem in den heutigen Bundesländern Bayern, Thüringen und Hessen als Prediger, Kirchengründer und Missionar gewirkt und dafür gesorgt, dass sich das Christentum hier ausbreitete. Er kam ursprünglich aus England und erhielt vom Papst den Auftrag die Germanen zu bekehren. Bonifatius. Diesen Namen hat ihm auch der damalige Papst Gregor II. gegeben. Denn eigentlich hieß er ja Winfried. Bonifatius aber bedeutet der Wohltäter oder „der, der ein gutes Schicksal bringt“.

Wohltäter – Bonifatius. Für mich ist die Geschichte des Heiligen weit weg. Als Kirchenmann ist mir seine Bedeutung natürlich bewusst. Aber ich frage mich, was mir so ein raubeiniger Missionar, der Eichen umhaut und auch sicher ansonsten robust die Christianisierung Deutschlands vorangetrieben hat, zu sagen hat – heute für mein Leben. Und da bleibe ich an dem Namen hängen: Bonifatius – Wohltäter, der der ein gutes Schicksal bringt. Kann ich das nicht auch? Ich meine damit nicht, dass ich jetzt mal spontan durch Hessen ziehe und Aktionen wie das Fällen von Bäumen mache oder mich auf Markplätze stelle, um große Reden zu halten. Nein, ich frage mich: Wie kann ich denn ein Wohltäter sein, einer der ein gutes Schicksal bringt: da fallen mir viele Sachen ein: Zeit nehmen für Menschen, auf Aggression nicht mit Gegenaggression reagieren, versuchen, nicht dauernd gestresst zu wirken, einem anderen wirklich zuhören, Dinge mit anderen machen, die Freude bereiten, versuchen, freundlich anderen zu begegnen.

Bonifatius – Wohltäter, der der ein gutes Schicksal bringt. Für mich ist unsere Zeit in der wir leben, nicht die Zeit der Rechthaberei einer bestimmten Religion, auch nicht die meiner eigenen christlichen Religion. Meinen christlichen Glauben will ich dadurch leben, dass ich für andere zum Wohltäter werde, so gut wie ich das eben kann.

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