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Föllsch Foll hinein - Christi Narr das ganze Jahr
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Föllsch Foll hinein - Christi Narr das ganze Jahr

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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‚Föllsch Foll hinein‘. Das ist heute in Fulda zu hören. Nicht Alaaf oder Helau. ‚Föllsch Foll Hinein‘. Was in etwa heißt: „Fulda, voll hinein“. Der Schlachtruf der Fuldaer Karnevalisten ertönt seit Wochen. Am Rosenmontag sowieso. Dem Höhepunkt der Fuldaer Fastnacht. Mit Hessens größtem Umzug. Und närrischem Treiben in der ganzen Stadt. ‚Föllsch Foll hinein!‘

Ich bin kein ‚Fastnachter’. Nicht, weil ich evangelisch bin. Oder eine Spaßbremse. Im Gegenteil: Ich feiere gern. Aber nicht Fasching.
Klar, als Kind war ich auch Cowboy, jedes Jahr. Als Jugendliche zogen wir kostümiert um die Häuser. Und als unsere Kinder klein waren, standen auch wir am Straßenrand. Beim Umzug. Die Kinder auf den Schultern. Bemüht, ein paar geworfene Bonbons zu ergattern…. 
Aber heute kann ich mit dem Trubel am Rosenmontag nicht viel anfangen.

Was ich jedoch gut finde: Eine politische Büttenrede. Ein fantasievoller Motivwagen zu einem aktuellen Thema. Das gehörte ursprünglich eben auch zur Fastnacht: Politisch fragwürdiges Handeln kritisieren. Den Mächtigen den Spiegel vorhalten. Der Hofnarr durfte das. Zumindest an den tollen Tagen. Er machte sich zum Narren, um anderen die Augen zu öffnen.
Das tut der Apostel Paulus auch. Wenn er sich als ‚Narr um Christi willen‘ bezeichnet (1. Kor 4). Was er damit meint: Die Welt auf den Kopf stellen. Im Geist Jesu anders leben. In Liebe und Wahrhaftigkeit. Vergeben statt Vergelten. Falsches aber auch als falsch benennen. Um Gottes und der Menschen willen.
Solche ‚Narren Christi‘ braucht es das ganze Jahr. Nicht nur am Rosenmontag

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