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Wie Lachen uns aufbaut
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Wie Lachen uns aufbaut

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Der letzte Nagel ist das Verhängnis. Das erzählt gerade die Fernsehwerbung eines Baumarkts (Hornbach). Ein Mann will den letzten Holznagel einschlagen, der alles zusammenhält - und das Verhängnis geschieht: Das ganze Holzhaus stürzt ein und begräbt den Mann unter sich. Erschrocken schaut sein Kind zu. Aber dann: Der Mann steht wieder auf aus den Trümmern, streckt sich, wischt sich den Dreck von seinen Kleidern und beginnt - laut zu lachen. Das Kind lacht mit. Und eine Schrift erscheint, die uns sagt: „Bereue nichts.“
Ist das so? Sollen wir nichts bereuen? Natürlich sollen wir. Vor allem in der Fastenzeit, wenn man schon mal in sich geht und sich fragt: Was könnte ich falsch gemacht haben? Wem sollte ich verzeihen; wen um Entschuldigung bitten? Natürlich bereue ich manches, was ich getan habe. Es tut mir leid. Es ist zwar noch kein Holzhaus über mir zusammengestürzt, aber manche Pläne und Absichten schon. Und ich habe bereut, was ich angerichtet habe, auch zutiefst bereut. Reue ist gut und bringt Menschen weiter.           
Lachen erst Recht. Vor allem Lachen über sich selbst. Davon kann es nicht genug geben unter Gottes weitem Himmel. Wir sind manchmal lachhaft. Vielleicht nicht für andere. Aber doch für uns selbst. Der gute Plan, die beste Absicht, das laute Hurra - wie haben wir uns darin verbissen. Und es geht schief. Peinlich schief. Dann wird man zornig. Besser wäre es, laut zu lachen. Über den großen Anspruch, über das Verbissene und das noch größere Misslingen. Ein Scheitern der Extraklasse, sozusagen. Zorn hilft wenig. Lachen hilft mehr. Wer weiß, wie oft Gott schon geschmunzelt hat über mein Gerede und Getue, bei dem wenig oder nichts herauskam. Und wenn Gott lacht, kann ich das auch. Kräftig über mich lachen. Das baut mich wieder auf.

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