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Von singenden Feuwehrleuten
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Von singenden Feuwehrleuten

Norbert Mecke
Ein Beitrag von

Norbert Mecke,

Dekan, Evangelischer Kirchenkreis Melsungen
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Es war der Lieblingswitz meines Fahrlehrers: Der von den singenden Feuerwehrleuten. Ich kann mir Witze nicht gut merken. Aber wenn man einen bei jeder Fahrstunde zwischen „Die nächstmögliche links“ und „Ruhig vorausschauend fahren!“ hört, dann prägt er sich ein. Also: Ein Stotterer bekommt den wichtigen Tipp, wenn er aufgeregt ist, zu singen. Dann kommen die Worte viel leichter über die Lippen. Als eines Tages in seiner Wohnung Feuer ausbricht, wählte er mit zitternden Händen die 112 und singt: „Mein Häuschen brennt, mein Häuschen brennt…!“ Es dauert einen Augenblick, dann hört er die Feuerwehrleute durchs Telefon antworten: „Fideralala, Fideralala, Fideralalalala!“

Und dann sind sie bestimmt sofort gekommen: Die singenden Feuerwehrleute. Zum Glück haben wir nämlich vor allem zupackende Feuerwehrleute. Gott sei Dank! Und heute ist ihr Tag: Der internationale Tag der Feuerwehrleute. Was ist das für ein Segen, dass Tag und Nacht Menschen für andere höchste Bereitschaft an den Tag legen und retten, löschen, schützen, bergen?!

Das ist gelebte Nächstenliebe – „Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr“, wie es oft noch an alten Spritzenhäusern steht – mit Melder am Gürtel und Rufbereitschaft, ohne Ansehen der Person. Möglicherweise in wenigen Minuten mit Bildern und Situationen konfrontiert, die sich in die eigene Seele einbrennen. Nix „Fideralala“, sondern oft „O weh, o weh!“

Umso wichtiger, dass heute ein Loblied auf die Feuerwehrfrauen und -männer gesungen wird! Vielleicht kennen Sie eine oder einen persönlich, dann schreiben Sie doch heute einfach mal einen Gruß: „Danke für Deinen Einsatz!“

Manchmal erlebe ich sie übrigens wirklich, die singenden Feuerwehrleute. Und es ist kein Witz. Es gibt Gottesdienste, in denen Feuerwehr, Rettungsdienste und Notfallseelsorger gemeinsam singen und beten, dankbar für eigene Bewahrung, bittend um Beistand und verbunden in der Hoffnung, auch die quälenden Bilder vor Gott ablegen zu können.

Vor Gott, dessen ganze Leidenschaft im „Retten, Schützen und Bergen“ seiner Menschen besteht. Rufbereitschaft hat er immer.

Mitunter verstehen wir nicht, warum er nicht anders eingreift. Aber seine lebensrettenden Maßnahmen gehen am Ende weit über das hinaus, was wir selbst bei bestem Einsatz erreichen können.

Gut, wer davon ein Lied zu singen weiß. Der kann nämlich auch besser mit den Grenzen leben, die uns bei aller Liebe und trotz allem Engagement gesetzt sind.

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