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Tanz auf dem Vulkan
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Tanz auf dem Vulkan

Diplom-Theologin Doris Meyer-Ahlen
Ein Beitrag von

Diplom-Theologin Doris Meyer-Ahlen,

Referentin für Familien- und Beziehungspastoral, Fulda
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Sie sind gerettet – die etwa 560 Wanderer, die sich zu Beginn dieser Woche einem aktiven Vulkan auf der indonesischen Insel Lombok bis dicht an den Krater näher wollten. Ein Erdbeben allerdings, bei dem 17 Menschen starben, verschüttete ihnen mit tonnenweise Geröll und Schlamm den Rückweg. Was mag das für ein Gefühl sein? Sich einem Vulkan zu nähern, einer der gewaltigsten Naturkräfte. Durch genaue Messungen und Beobachtungen meint man, die Situation im Griff zu haben, meint man, das Risiko sei kalkulierbar. Und dann ist es nicht der Vulkan, der ausbricht, sondern ein Erdbeben, das uns Menschen zeigt, wie unberechenbar die Natur eben doch ist. Wie gefährlich kann es sein, diese Kräfte zu unterschätzen. Lebensgefährlich. Doch dank des Einsatzes von über 160 Rettungskräften konnten alle abenteuerlustigen Wanderer in Sicherheit gebracht werden. Bei einer solchen Vulkanwanderung – ja, bei einem solchen Tanz auf dem Vulkan – meint man, mit einem kalkulierbaren Risiko zu spielen; mit welchen Risiken und Folgen des Klimawandels ich werde umgehen müssen, ist sehr viel ungewisser. Die extrem heißen Temperaturen, die anhaltende Trockenheit in den letzten Wochen freut zwar viele Eisdielenbesitzer, aber für die Bauern ist schon jetzt klar: Es wird große Ernteausfälle geben, für nicht wenige gefährden sie deren wirtschaftliche Existenz. Ob diese Extremwetterlage eine direkte Folge des Klimawandels ist oder nicht, ist umstritten. Klar ist aber, dass wir es in Folge der Erderwärmung zunehmend mit Wetterextremen zu tun haben. Zwei Grad mehr oder weniger im Jahresdurchschnitt; einen Meter näher an den Krater, was macht das schon? Bislang haben wir in Deutschland von den Auswirkungen noch nicht viel gemerkt, Hochwasser an den Flüssen, die Sturmtiefs, all das ist schnell vergessen, wenn nicht das eigene Haus betroffen ist. Aber es werden immer mehr Menschen, die von den Folgen der Klimaveränderungen betroffen sind. Woanders spüren die Menschen die Auswirkungen der Klimaveränderungen schon lange: Menschen in Afrika, die unter immer längeren Dürreperioden leiden, diejenigen etwa auf den Philippinen, denen Unmengen Wasser die Existenz rauben.
Für die Bauern in Deutschland mögen Versicherungen und eventuelle staatliche Unterstützungen eine Hilfe sein und für den Moment die Konsequenzen mildern, aber eine dauerhafte Lösung ist das nicht. Es braucht gemeinsame, internationale Bemühungen, um den Klimawandel noch etwas zu bremsen. Nationale Egoismen sind kurzsichtig. Der Tanz auf dem Vulkan, der Gedanke, dass schon irgendwie alles gut gehen wird, wird immer riskanter. Den Wetterphänomenen bleiben Menschen mehr oder weniger ausgeliefert. Aber manche Ursachen der Klimaveränderung kann ich positiv mitbeeinflussen.

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