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Martin Luther King
Bildquelle Pixabay

Martin Luther King

Tanja Griesel
Ein Beitrag von

Tanja Griesel,

Evangelische Pfarrerin, Kassel
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Hin und wieder höre ich den Song One day von Bakermat im Radio. Das besondere daran: Der Musikproduzent aus Utrecht hat darin Originalstücke aus der berühmten Rede I have a dream von Martin Luther King verarbeitet.

1963 versammelten sich 250.000 Menschen an einem warmen Sommertag in Washington, um Martin Luther King zuzuhören. I have a dream – Ich habe einen Traum, so begann er seine Rede. Eigentlich standen diese Worte wohl nicht in sei­nem Manuskript. Aber die Sängerin Mahalia Jackson rief ihm zu: "Martin, erzähl ihnen von dem Traum." Und Martin Luther King improvisierte. Er erzählte von dem Traum, dass seine vier kleinen Kinder eines Tages an einem Ort leben werden, an dem sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern allein nach ihrem Charakter beurteilt werden.

 

Ein Jahr nach dieser Rede wurde in den USA ein Gesetz erlassen, dass die Trennung der Bevölkerung in Schwarze und Weiße aufhebt. Schwarze und Weiße dürfen seit­dem die gleiche Schule besuchen, die gleichen Gaststätten betreten und im Bus dürfen sie nebeneinandersitzen. Für seine Beteiligung an diesem Gesetz erhielt King den Friedensnobelpreis und wurde vom amerikanischen Nachrichtenmagazin Time zum "Mann des Jahres" ernannt.

 

Am 3. April 1968 hielt Martin Luther King seine letzte große Rede. Im Nachhinein kommt es einem so vor, als hätte er damals eine prophetische Todesahnung gehabt. Wie einst Mose sieht er sich auf einem Berg stehen und blickt bereits auf das Ge­lobte Land. Dort, so ist er sich sicher, erwarte ihn ein erfülltes und langes Leben. Mose erlebt diesen Ausblick kurz bevor er stirbt. Das Gelobte Land wird er nicht mehr erreichen. Und auch Martin Luther King wird einen Tag nach dieser Rede, also heute vor genau 50 Jahren, in Memphis von einem Rassisten erschossen.

 

Einiges von dem, wofür er gekämpft hat, ist mittlerweile wahr geworden, anderes noch nicht. Darum möchte ich mich anstecken lassen von dem Traum, den er ge­träumt hat und aus der Überzeugung handeln: Vor Gott sind alle Menschen gleich.

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