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Hessens beliebteste Vornamen
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Hessens beliebteste Vornamen

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain
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Moderator/Moderatorin: Die meisten Babys in Hessen heißen Marie und Alexander. Das waren 2018 die beliebtesten Vornamen. Das hat die „Gesellschaft für deutsche Sprache“  in Wiesbaden herausgefunden. Vor 40 Jahren hießen die Spitzenreiter noch Stefanie und Christian. Der eigene Name – mit dem hat jeder so seine Geschichte. Warum die Eltern ihn ausgesucht haben, wie er klingt, was er bedeutet. 

Ich heiße Christoph mit Vornamen. Mit „ph“ am Ende. Vorne „ch“. Als Kind fand ich meinen Vornamen immer etwas gestelzt. Dauernd wurde ich gefragt, wie man den denn schreibt. Da hätte ich lieber einen kurzen Vornamen gehabt. Wie die Jungs aus Bullerbü von Astrid Lindgren: Tim, Ole, Tom, Lasse. Diese Namen konnte ich schon in der ersten Klasse schreiben. Ohne den Füller abzusetzen.

Aber Christoph? Ich weiß, was mein Name bedeutet: „Christusträger“. Passt ja für einen Pfarrer. Aber ich bin ja nicht als Pfarrer geboren oder eingeschult. Wenn Menschen früher meinen Vornamen gerufen haben, haben sie ihn abgekürzt: Chris. Oder Stoffi. Oder Chrissi. Hat mir nicht wirklich gefallen. Besonders Stoffi nicht. Klingt nach Stoffel.

Eigentlich habe ich erst Frieden mit meinem Namen geschlossen, als jemand mir bei der Taufe mit 7 Jahren ein Wort aus der Bibel zugesagt hat: „Gott spricht: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jesaja 43,1) Ich habe es als Kind schon toll gefunden, dass Gott mich bei meinem Namen ruft. Mich kennt. Und mag. Welchen Klang hat mein Name bei Gott? Natürlich weiß ich das nicht genau. Aber ich habe früh gemerkt und nehme es auch heute noch wahr, was für einen Klang mein Name hat. Wenn er liebevoll gerufen wird oder aus einem lächelnden Mund kommt. Wenn mein Name herzlich ausgesprochen wird und mit Respekt. Ich glaube, das kommt dem nahe, wie Gott meinen Vornamen ausspricht. Und auch den von  Marie und  Alexander. Und die Vornamen der Generationen zuvor, Stefanie, Christian, Andrea, Michael und die anderen. Allen gilt: Gott kennt deinen Namen. Gott ruft dich bei deinem Namen. Weil er dich schätzt.

In der Bibel steht: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ (Lukas 10,20) Das versöhnt mich mit meinem Namen. Es ist ein gutes glückliches Lebensgefühl. Und das gebe ich gerne weiter, wenn ich die Vornamen anderer mit Wertschätzung ausspreche und gut klingen lasse. Die besonders beliebten Vornamen und die ungewöhnlichen.

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