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Erntedank ist ein Lebensgefühl
privat/Anne-Katrin Helms

Erntedank ist ein Lebensgefühl

Dr. Fabian Vogt
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Dr. Fabian Vogt,

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in: Heute ist Erntedank. Zeit, mal zu überlegen, wofür wir alles so in den letzten zwölf Monaten dankbar sein können. Also: Was wir … im übertragenen Sinn …  geerntet haben. Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Erntedank ist ja eines der ältesten Feste der Menschheit. Richtig?

Genau, das wurde schon in vorchristlichen Zeiten gefeiert. Weil die Menschen früh erkannt haben: Es ist nicht selbstverständlich, dass es uns gut geht. Dankbare Menschen machen sich das bewusst – und freuen sich über alles, was ihnen Gutes widerfährt. Dankbar-Sein hat also von Anfang an was mit feiern zu tun. Erntedank-Fest! Das feiern, was ich habe.

Und das verändert meinen Blickwinkel: Viele Menschen machen sich ja ständig Gedanken über das, was sie alles nicht haben, was ihnen vermeintlich fehlt, was andere besitzen. Erntedank dagegen lenkt den Blick auf das, was man hat.

Das heißt, dass man dann auch weniger neidisch ist?

Genau. Nach einer Studie sind zwei Drittel aller Deutschen neidisch auf andere. Sprich: Sie werten sich selbst ab, weil sie nicht auf das schauen, was sie haben, sondern vor allem das sehen, was andere haben. Erntedank kann mir helfen, das Gute in meinem Leben zu schätzen, anstatt auf die anderen zu schielen.

Wer mit einem Grundgefühl der Dankbarkeit lebt, der ist für Neid viel weniger anfällig und empfindet sein Leben als kostbarer. Und er macht sich weniger Sorgen. In der Bibel steht das so: "Sorgt euch nicht, sondern seid in allen Dingen dankbar."

So ein Lebensgefühl, das kann man heute an Erntedank aus vollem Herzen feiern.

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