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Eine Kerze anzünden
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Eine Kerze anzünden

Verena Maria Kitz
Ein Beitrag von

Verena Maria Kitz,

Katholische Pastoralreferentin in St. Michael, Zentrum für Trauerseelsorge, Frankfurt
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Wenn ich jemandem erklären sollte: Was ist eine besonders typische Tätigkeit im Advent? Was würde ich da sagen? Natürlich würde ich wahrscheinlich sagen „Plätzchen backen, oder: „Weihnachtsgeschenke basteln“.

Aber besonders typisch für den Advent finde ich: eine Kerze anzünden!  Eine Kerze anzünden, wenn es dunkel wird.

So viel Helligkeit schafft eine winzige Kerze

Ich staune jedes Mal, wieviel Licht so eine einzige Kerze im Dunkeln macht. Und damit macht diese ganz einfache Aktion, eine Kerze anzünden, sichtbar, worum es für mich im Advent geht:

Dass es Licht gibt im Dunkeln, nicht nur buchstäblich, sondern auch im übertragenen Sinn: Dass es ein bisschen heller wird auf der Welt, gerade in der dunkelsten Zeit.

Ein Licht anzünden und liebe Gedanken senden

Für mich wird es zum Beispiel auch heller, wenn Menschen dabei füreinander beten. Ich hab gestern einer Freundin geschrieben.

Sie hatte vor zwei Jahren Brustkrebs und wartet auf das Ergebnis ihrer Kontrolluntersuchung. „Ich denk an dich“, habe ich ihr geschrieben, „auch im Beten, und ich zünde eine Kerze an!“.

Sie hat gleich geantwortet, wie gut ihr das tut - obwohl sie mit Glaube und Kirche gar nicht viel zu tun hat.

Ich finde, für einen anderen Menschen eine Kerze anzuzünden, damit zeige ich: Ich wünsche dir, dass Licht in dein Leben kommt.

Und dass dein Leben, auch durch Gottes Licht, heller und wärmer wird. Manchmal kann ich selber auch dazu beitragen. Auch darum geht es ja im Advent.

Da geht mir ein Licht auf

Ich zünde die Kerze aber nicht nur für andere an. Ich freue mich ja selber sehr, wenn ich das Licht sehe. Und ich hoffe, wenn ich morgens oder abends die Kerze am Adventskranz anzünde, dass das Licht auch meine Dunkelheit heller macht und die Dunkelheit in unserer Welt.

Ich staune immer wieder darüber, wieviel Licht eine einzige Kerze im Dunkeln verbreiten kann. Dann kommt mir manchmal eine Idee, wie ich mit einer kleinen Geste für jemand den Tag ein bisschen heller machen kann.

Da geht mir dann selber ein Licht auf: Wenn ich eine Kerze anzünde, gerade jetzt im Advent.

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