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Ein Licht unseres Lebens
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Ein Licht unseres Lebens

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Kinder werden immer nervöser, sagen Lehrer in der Grundschule. Kein Wunder bei der nervösen Welt. Kinder werden aber auch immer nervöser gemacht, sagt eine Untersuchung (stern.de 31.8.18). Und zwar von den eigenen Eltern, die immerzu ihr Handy benutzen. Es wird telefoniert, geschrieben, Bankgeschäfte erledigt, Verabredungen getroffen. Überall machen das viele Eltern, sagt die Studie. Auf dem Spielplatz, im Kinderzimmer, im Bus, beim Schieben des Kinderwagens. Den Kindern fehlt dann die Aufmerksamkeit, die sie gerade brauchen.

Man kann nicht Kinder haben und leben wie früher. Die Werte verschieben sich. Man kann nicht mit Kindern leben und zugleich mit aller Welt Kontakt halten. Das muss schief gehen. Nicht immer  dürfen Kinder im Mittelpunkt stehen, das ist wahr. Manchmal  muss man telefonieren oder eine Nachricht verschicken. Aber leider erlebt man, wie Kinder zu kurz kommen, wenn Eltern in Bus oder Bahn schreiben, lesen oder reden. Kinder hören dann oft nur ein lautes: Jetzt nicht! von ihren Eltern. So machen nervöse Eltern ihre Kinder nervös.

Erziehung hat viel mit Ruhe zu tun; mit Geduld und Einfühlung. Jetzt nicht! ist noch keine Erziehung. Vor allem nicht, wenn man selber nur Ruhe haben will vor den Kindern. Sie wollen begleitet werden, nicht gemaßregelt. Kinder sind eine Gabe Gottes (Psalm 127,3), behauptet einer. Und glaubt daran. Wir könnten das auch zu glauben versuchen. Dann wären uns Kinder wichtiger als Smartphones. Vielleicht würden sie sogar ein Licht unseres Lebens.

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