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Die Wunderpillen
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Die Wunderpillen

Jochen Straub
Ein Beitrag von

Jochen Straub,

Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Limburg

Eigentlich mag ich gar keine Tabletten. Trotzdem muss ich jeden Tag mindestens zwei davon nehmen: eine für meine Schilddrüse und eine für meinen Blutdruck. Zum Glück brauche ich nicht mehr Medikamente. Wenn ich meine zwei Tabletten nehme, dann denke ich oft an eine Geschichte, die sich in einem Altenheim ereignet hat. Ein Freund hat sie mir erzählt.

Ein Arzt hat seine Patienten dort besucht. Dabei ist ihm ein Mann aufgefallen, der gerade 96 Jahre alt geworden ist. Er macht trotz seines hohen Alters einen sehr zufriedenen und freundlichen Eindruck. Der Arzt hat den betagten Mann angesprochen und gefragt. „Was ist eigentlich das Geheimnis Ihrer Freude und Zufriedenheit?“ Da hat der Mann mit seinen 96 Jahren gelacht und geantwortet: „Herr Doktor, ich nehme jeden Tag zwei Pillen ein, die helfen mir!“

Der Arzt hat sich gewundert: „Was denn für zwei Pillen? Die habe ich Ihnen doch gar nicht verordnet!“

Da hat der alte Mann wieder gelacht und geantwortet: „Das können Sie auch gar nicht, Herr Doktor. Am Morgen nehme ich gleich nach dem Aufstehen die Pille Zufriedenheit. Und am Abend, bevor ich einschlafe, nehme ich die Pille Dankbarkeit. Diese beiden Arzneien haben ihre Wirkung noch nie verfehlt.“

„Das will ich Ihnen gerne glauben“, hat da der Arzt gemeint, „Ihr gutes Rezept werde ich weiterempfehlen.“

Seitdem ich diese Geschichte kenne, nehme ich meine Tabletten noch lieber jeden Morgen. Ich denke mir dann: Diese zwei Pillen helfen jetzt nicht nur meiner Schilddrüse und meinem Bluthochdruck. Nebenwirkungen sind auch: Sie stärken meine Dankbarkeit und Zufriedenheit. Und über diese Nebenwirkungen freue ich mich sogar.

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