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Wir brauchen mehr Einheit!
Dan Ross III/unsplash

Wir brauchen mehr Einheit!

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt
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Moderation: Ausgerechnet über den Termin für die Deutsche Einheit herrschte damals vor 30 Jahren große Uneinigkeit. Die letzte DDR-Volkskammer musste entscheiden: Wann genau treten wir denn nun der Bundesrepublik bei? Die eine Partei wollte sofort, die andere erst im Dezember. Es wurde 2.47 Uhr am Morgen, bis man sich geeinigt hatte: 3. Oktober soll der Tag der Deutschen Einheit werden.Einheit ist manchmal eine schwere Geburt. Pfarrer Martin Vorländer von der Evangelischen Kirche findet: Wir brauchen heute mehr Einheit. Dazu sein hr1 Zuspruch.

Wenn die Menschen in der Bibel nicht wussten, woher sie Hoffnung für die Zukunft nehmen sollten, dann haben sie sich gegenseitig erinnert: Denkt daran – wir haben schon Erstaunliches erlebt.

Es gab schon Situationen, in denen wir dachten: Nimmt das Elend denn gar kein Ende? Wie lange dauert noch diese quälende Ungewissheit, mit der wir leben? Und dann hat es sich doch zum Guten gewendet. Die Menschen in der Bibel nennen das ein Wunder. Und an Wunder darf man glauben.

Unmöglich kann möglich werden

Der 3. Oktober heute ist für mich so ein Tag, um sich gegenseitig zu erinnern: Unmögliches kann möglich werden. Mit so etwas wie dem Fall der Mauer und der deutschen Einheit heute vor 30 Jahren hatte niemand gerechnet.

Die Konfrontation zwischen Ost und West schien auf ewig zementiert. Das war sie ja auch in Gestalt der Berliner Mauer und dem Eisernen Vorhang quer durch Deutschland, quer durch Europa. Aber das, was niemand zu hoffen gewagt hatte, wurde eben doch möglich. Damals vor 30 Jahren haben sich West- und Ostdeutschland wiedervereinigt.

Die Welt ist uneins, wohin man schaut

Wir heute brauchen mehr Einheit! Wo ich hinschaue, driftet die Welt auseinander. Alte Kriege wie in Syrien und in der Ukraine nehmen kein Ende. Konflikte wie zwischen Armenien und Aserbaidschan brechen neu auf.

In den USA liefern sich die Präsidentschaftskandidaten Trump und Biden im Fernsehen eine Schlammschlacht. Die Länder der Europäischen Union finden zu keiner gemeinsamen menschenwürdigen Flüchtlingspolitik.

Feindselige Zeiten?

Bei uns in Hessen im Dannenröder Forst tobt der Streit um den Ausbau der A 49 und um den Schutz des Waldes. Der soll gerodet werden, damit wir mobil sein können.

Und über allem liegt Corona, das Geduld und Nerven strapaziert. Feindselige Zeiten, keine Hoffnung in Sicht?

Und doch! Wunder geschehen

Ich finde: doch! Der 3. Oktober heute erinnert daran: Es ist Wirklichkeit geworden, dass Menschen zueinander gefunden haben, da, wo vorher die Gegensätze aufeinander geprallt sind. Einheit ist möglich. Ich halte die Hoffnung hoch: Das Miteinander ist stärker. Und Wunder geschehen.

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