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Welttag der Pressefreiheit
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Welttag der Pressefreiheit

Norbert Mecke
Ein Beitrag von

Norbert Mecke,

Dekan, Evangelischer Kirchenkreis Melsungen
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Wir sind nur noch 16. der Weltrangliste. Vier Plätze abgerutscht. Vorne liegen die Skandi­navier. Und die Niederlande. Costa Rica hat uns überholt. Und Jamaika liegt in der Tabelle sechs Plätze voraus. Nein – es geht mal nicht um Fußball. Es geht um die „Rangliste der Pressefreiheit“.

Ja, so etwas gibt es. Und heute, am Welttag der Pressefreiheit, habe ich sie mir mal im Inter­net angesehen. Dass ich das einfach so kann, ist auch schon ein Indiz für diese Freiheit. Es gibt Länder, da hätte ich gar keinen freien Zugriff auf alle Informationen, die doch im Netz zur Verfügung stehen. In China zum Beispiel. Oder in Nordkorea. Tabellen-Plätze 176 und 179 – die haben gemeinsam mit Syrien, Turkmenistan und Eritrea die rote Laterne. Das sind quasi die Abstiegskandidaten. Aktuell spielt sich auch die Türkei in Richtung Tabellenkeller.

Wer solche Weltranglisten aufstellt? „Reporter ohne Grenzen“ – ein weltweites Netzwerk aus Journalisten und Korrespondenten. Sie sammeln und prüfen, wie es um Vielfalt und Unabhängigkeit der Medien, um Zensur und Transparenz steht und wo es sogar Übergriffe auf Reporter oder Redaktionen gibt. „Informationen sind der erste Schritt zu Veränderungen“, heißt es auf ihrer Homepage, „deshalb fürchten nicht nur autoritäre Regierungen eine freie und unabhängige Berichterstattung.“

Pressefreiheit ist ein Grundrecht. Ich will mich selbst informieren. Vielfältig, ungefärbt: um mir ein Bild machen zu können. Dafür genieße ich die Rahmenbedingungen in Deutschland! Dass bei uns die Zahl von Anfeindungen und Drohungen gegen Journalisten zuletzt stieg, beschert uns den, gegenüber den Vorjahren, leicht schlechteren Tabellenplatz. „Wehret den Anfängen!“, will man da rufen. Unsere Freiheit macht dieses Land doch so attraktiv!

Und nicht zuletzt steht mein Glaube mit der Pressefreiheit in Verbindung. Auf den ersten Druckpressen wurden in Deutschland vor 500 Jahren schließlich die Flugblätter der Reformation und Bibeln gedruckt. Jeder sollte selbst lesen und sich eine Meinung bilden können. „Informationen sind der erste Schritt zu Veränderungen.“ Auch zur Herzenshaltung und Gewissensfreiheit, zu denen christlicher Glaube einlädt.

Kein Wunder, dass in vielen der Länder, die im Tabellenkeller der Pressefreiheit stehen, auch Bibeln verboten sind! Die Bibel in ihrer Sprache in der Hand: Das ist für manchen hier gelandeten Flüchtling ein sichtbares Stück Freiheit.

Welttag der Pressefreiheit. Ob gedruckt, im Radio, Fernsehen oder via Internet: Ich wünschte, beim Ranking in Sachen Pressefreit würden alle Länder unter den „Top-Ten“ stehen!

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