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Gott hat Größeres mit dir vor!
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Gott hat Größeres mit dir vor!

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von

Christoph Hartmann,

Lehrer und Referent für Schulpastoral, Fulda
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Wie alltagstauglich sind eigentlich Bibelverse? Zum Beispiel folgender: Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun. (Joh 14, 6-14)

Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Dass es nicht immer so ist, musste mein Sohn vor einigen Tagen feststellen. Er hatte Geburtstag und formulierte seine Bitten in Form einer langen Wunschliste. Wie es eben im wahren Leben so ist, wurden nicht alle seine Wünsche erfüllt. Nicht alles, um was ich bitte, geht eben in Erfüllung. Davon können Kleine und Große ein Lied singen. Willkommen im Leben! War es das jetzt mit der Alltagstauglichkeit der Bibel? Nicht ganz so schnell!

Ich möchte den oben zitierten Vers der Bibel nicht gleich zur Seite legen. Denn bei genauerem Hinschauen hat er mir vielleicht doch noch etwas zu sagen. Oftmals geht es nämlich in der Bibel um einen Perspektivwechsel, eine neue Sichtweise einzunehmen. Wozu? Um das Lebensziel – bei Gott zu sein – in Angriff zu nehmen. Wie im wahren Leben stecke ich mir Ziele und strenge mich an, diese zu erreichen. Das ist in der Bibel nicht anders: Ziel allen biblischen Redens ist es, Gott zu begegnen. Von dieser Perspektive aus macht es durchaus Sinn, noch mal neu über das Bitten nachzudenken.

Für mich gibt es da zwei Stränge. Der eine Strang ist die Bitte für meine irdischen Bedürfnisse. Der zweite Strang nimmt das große Lebensziel in den Blick: Gott zu begegnen. Von diesem Strang her denkt die Bibel, wenn es ums Bitten geht. Besonders deutlich wird das auch in der Bitte aus dem Vater unser. Dort heißt es: Dein Reich komme, dein Wille geschehe. Wenn es also gelingt, Gottes Willen und meinen Willen in Einklang zu bringen – also diese beiden Stränge zusammenführen, gehen die Bitten so richtig durch die Decke!  Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun.

Bleibt nur das Dilemma, dass mein Wille nicht Gotteswille und umgekehrt ist. Die biblische Perspektive fordert heraus, die Welt mit Gottes Augen zu sehen. Auch wenn mir der Perspektivwechsel nicht immer leichtfällt. Ich vertraue auf Gott und bin davon überzeugt, dass ER es gut mit mir meint! Auch wenn nicht alle meine Bitten in Erfüllung gehen, weiß ich doch, Gott hat Größeres mit mir vor.

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