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Glaube versetzt Berge

Glaube versetzt Berge

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Ein Sattelzug ist ein riesiges Trumm. Und einen Kleinlaster samt Anhänger bewegt man nicht eben mal mit links. Es klingt nach einer Herkulestat, was die Autofahrer auf der A 45 geleistet haben. Der Kleinlaster und der Sattelzug waren ineinander verkeilt. Die Autobahn hätte stundenlang gesperrt werden müssen, bis ein Abschleppwagen oder ein Bergekran durchgekommen wäre. Da hat die Autobahnpolizei den Unfallbeteiligten geraten: Nehmt die Sache selbst in die Hand!

Das haben die Männer getan. Einige andere LKW-Fahrer, die im Stau standen, haben mitangepackt. Auf dem Anhänger der Kleinlasters waren Fahrräder geladen. Die haben die Männer herunter gehoben. Dann haben sie den verkeilten Anhänger wieder frei gekriegt. Die Fahrräder wieder aufladen, den Anhänger ankuppeln – der Kleinlaster und der Sattelzug konnten weiterfahren. Die Autobahn war wieder frei.

Respekt! Natürlich erstmal vor der Muskelkraft und dem Geschick dieser Männer. Respekt aber auch dafür, wie sie gehandelt haben. Sie haben nicht einfach drauflos agiert. Es ist nicht immer klug, eigenmächtig loszulegen. Manchmal wartet man lieber auf die Profis. Aber in diesem Fall hat die Autobahnpolizei ihnen geraten, die Situation mit eigener Kraft zu lösen.

Glaube kann Berge versetzen, heißt es in der Bibel. (Matthäus 21,21) Und das Vertrauen in das, was man selber bewirken kann, hat wieder freie Fahrt gebracht. Ich muss nicht immer schicksalsergeben warten, bis Hilfe von außen kommt. Mut zur eigenen Initiative! Ich kann selbst was tun, um aus einer verkeilten Lage wieder herauszukommen. Ich kann mithelfen, damit ein anderer eine Blockade überwindet und wieder durchstarten kann.

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