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Glaube und Zweifel
Pete Linforth/Pixabay

Glaube und Zweifel

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar,

Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Es ist ein christlicher Brauch, dass es Worte aus der Bibel gibt, die uns im neuen und über das gesamte Jahr begleiten.
Dieses biblische Motto wird in der Kirche Jahreslosung genannt.
Mich berührt der Gedanke, dass jedes Jahr weltweit Menschen durch Worte aus der Bibel miteinander verbunden sind.
Dieses Jahr lautet die Losung: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Dieser Schrei kommt aus dem Mund eines Vaters, der für seinen Sohn kämpft.
Für seinen Jungen, der eine schwere Krankheit hat.
Der Vater ist hilflos und sucht Hilfe bei Jesus, aber er hat auch Zweifel und ist hin- und hergerissen.
Jesus fragt ihn, ob er glaubt und er antwortet:
Ich glaube, hilf meinem Unglauben.
Sein Glaube hält trotzig an Gott fest, zieht ihn zur Rechenschaft und gibt ihn nicht auf.

Für mich hängen Glaube und Zweifeln miteinander zusammen.
Zweifel gehören zum Glauben dazu.
Manchmal versagen unsere Erklärungen und die Lebensweisheiten rauschen an uns nur so vorbei.
Der Glaube lässt uns nicht alles verstehen.
Aber der Glaube tut etwas: Er hält uns bei Gott – trotz oder gerade wegen aller Zweifel und allen Unglaubens.
Glaube ist immer in Überwindung befindlicher Unglaube.

Die Jahreslosung ist ein starkes Wort, an dem wir uns festhalten können – auch dann, wenn uns vieles, was vorher selbstverständlich war, wegbricht.
Denn es gibt sie ja, die Zeiten, in denen wir entweder gar nichts mehr sagen können – oder einfach nur schreien wollen.
Wenn sie solche Zeiten erleben, dann lege ich Ihnen die Worte der Jahreslosung ans Herz.
Vielleicht sprechen Sie sie leise im Herzen, vielleicht aber auch laut:
Ich glaube, hilf meinem Unglauben.
 

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