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Gesegnet mit Vernunft
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Gesegnet mit Vernunft

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von

Pia Arnold-Rammé,

Katholische Pastoralreferentin, Referentin für Sozialpastoral, Frankfurt

Erfolg macht übermütig, manchmal. Oder gefährlich wie nach der Bundestagswahl. Da sagt einer aus der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) wie im Rausch: „Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen“. Äußerlich ist der Satz Unsinn. Ich bin auch Volk und war nie weg, muss also nicht zurückgeholt werden. Das Volk auch nicht, woher denn. Wir sind alle noch da. Und feiern heute gerne den Tag unserer Einheit. Innerlich hat der Satz einen anderen Klang, nämlich: Wir sind die Wichtigsten; deutsches Volk zurück in die erste Reihe. So ist der Satz gefährlich. Weil er andere herabsetzt.
Jetzt gibt es zweimal Angst. Deutsche haben oft Angst vor Fremden, was manchmal verständlich ist. Und Fremde bekommen mehr Angst, weil einige Deutsche sich mächtig aufspielen. Das hatten wir schon mal in Deutschland. Wenn Angst sich steigert, setzt oft die Vernunft aus. Was wir in hitzigen Zeiten aber vor allen Dingen brauchen, ist Vernunft; ein ruhiges Gemüt und keine Sätze vom Zurückholen, als wären wir irgendwo Sklaven gewesen. Wir sind frei zur Vernunft; frei zum Gespräch und zu Lösungen, die Menschen helfen. Alle, die dürfen, sollen gerne bei uns leben und mit uns die Einheit feiern. Auf niemanden zeigen wir mit dem Finger. Es gibt auch keinen Anlass zu Hochmut. Unser Volk ist von Gott gesegnet mit viel Vernunft. Da dürfen wir gerne auch Segen sein für andere. Es soll ein Glück sein, in unserem Land zu leben.
Ein Glück für alle. Segen blüht immer am schönsten, wenn er weitergegeben wird.

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