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Friedenspfeife statt Kriegsbeil
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Friedenspfeife statt Kriegsbeil

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel

Es gibt Hoffnung für die Welt. Wie damals in Jerusalem, nach der Auferstehung. Heute heißt die Hoffnung „Korea“; genauer gesagt: Nord- und Südkorea. Das Land ist geteilt seit über siebzig Jahren; wie Deutschland damals. Und ebenso feindlich. Wir kennen das Bild von Kim Jong Un, wie er Raketen abschießen lässt und allen droht. Gerade aber nicht. Man hat sich getroffen; Politiker aus Nord- und Südkorea. Man hat miteinander geredet am Gründonnerstag. Kim Jong Un war in China und trifft sich bald mit dem Staatschef aus dem Süden. Wenn das keine Hoffnung ist auf mehr Frieden, um den wir Gott bitten sollten.
Ja, es geht um Interessen. Nordkorea hungert und braucht Öl und Geld; Saatgut und neue Nahrung. Das stimmt. Frieden hat immer Interessen, warum nicht. Hauptsache Frieden oder die Hoffnung darauf. Hauptsache, man schießt nicht. 
Es lässt immer hoffen, wenn einer zum anderen sagt: Wollen wir mal reden? Das ist in Korea so, wie auch zwischen Nachbarn. Friedenspfeife statt Kriegsbeil. Dann trifft man sich, das Herz klopft heftig. Man redet, vielleicht bei Kaffee oder Tee und Plätzchen. Und merkt auf einmal: Ganz so schlimm ist der andere doch nicht. Oder: Ich könnte vielleicht mit ihr auskommen. Den Versuch ist es wert, auch nach jahrelangem Streit. Kampf kostet mehr Nerven als Frieden. Streit macht schlafloser, als gemeinsam Kekse zu essen. Und wenn es Korea kann, können wir es auch. Dass sich Streitende in der Familie oder der Nachbarschaft anrufen - und einander fragen: Wollen wir mal reden?

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