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Ein neues Verständnis von Mission – der heilige Franz Xaver
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Ein neues Verständnis von Mission – der heilige Franz Xaver

Pater Andreas Meyer
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Das Wort „Mission“ hatte für mich lange etwas Befremdliches. Da steckten in meinem Kopf immer noch die alten Vorstellungen drin: vom „Heiden Bekehren“, weil die ja sonst nicht in den Himmel kommen. Ich bin froh, dass ich darüber hinausgewachsen bin. Dabei haben mir Menschen geholfen, die ein ganz anderes Verständnis von Mission gelebt haben. Einer von ihnen ist Franz Xaver, der heute im Heiligenkalender steht.

Er wurde im Jahr 1506 geboren. 1525 ging er als junger Mann zum Studium nach Paris. Dort lernte er Ignatius von Loyola kennen. Mit ihm gründete er eine Bruderschaft zur Mission vor allem der Muslime im Nahen Osten. Aus dieser Bruderschaft ist der Jesuitenorden entstanden. Und was die Mission anging, hat sich die Gemeinschaft ganz anders entwickelt: Mission, das bedeutete: Menschen durch das eigene, persönliche Reden und Tun den christlichen Glauben nahe bringen. Immer mit Blick auch auf die Situationen der Menschen, das wurde die Hauptaufgabe.

Franz Xaver wurde einer der bekanntesten Vertreter dieser Ausrichtung. Seit 1541 hat er als Missionar in Asien gearbeitet: In Indien, Indonesien und Japan. Anfangs hatte er seinen Auftrag darin gesehen, möglichst viele Menschen zum Christentum zu bekehren. Aber dann hat er beobachtet, dass die jungen Christen weiterhin ihren bisherigen Glauben und die vertrauten Rituale gelebt haben. Franz Xaver hat dies bewogen, seinen Stil zu verändern. Er fand sich in die Lebensgewohnheiten der Menschen ein, teilte mit ihnen ihr Alltagsleben. Und suchte nach Wegen, wie christlicher Glaube in der jeweiligen Kultur gelebt werden kann. Damit hat er die Menschen überzeugt und nachhaltig gewirkt. 

Das überzeugt mich. So verstehe ich Mission. Mit Menschen leben und in den alltäglichen Begegnungen die Bedürfnisse der anderen wahrnehmen. Sie unterstützen im Bemühen, den eigenen Weg zu finden und zu gehen. Mit ihnen nach dem Grund des Lebens suchen. Und dabei kann ich meinen Glauben als Grund des Lebens mit einbringen.

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