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Der Mai ist gekommen
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Der Mai ist gekommen

Daniel Stehling
Ein Beitrag von

Daniel Stehling,

Pastoralreferent und Katholischer Religionslehrer, Fulda
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"Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus", so singt mein dreijähriger Sohn Linus schon seit einigen Wochen immer wieder voller Leidenschaft. Von einer CD mit Frühlingsliedern hat er es im Handumdrehen gelernt. Das Lied stammt von Emanuel Geibel. 1841 dichtete er den bekannten Text auf einer Wanderung von Lübeck zum Schloss Escheberg in Nordhessen. Und jetzt ist es wirklich soweit. Endlich ist der Mai da und mit ihm die Hoffnung auf sonniges und wärmeres Wetter. Wie sehne ich mich nach mehr Sonne, nach den langen Wochen des Winters in diesem Jahr. Wie freue ich mich darauf, wieder mehr nach draußen gehen zu können.

"Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus!", trällert mein Sohn Linus das Lied weiter. Und ich denke, wie passend! So ein altes Lied. Wie gut passt es doch gerade in diesen Mai mitten in der Coronapandemie. Wieso? Ganz klar!

Das Lied lädt mich ein, raus in die Natur zu gehen. Gerade in der aktuellen Situation empfinde ich die Zeit in der Natur als echte Erholung! Für mich kommt aber noch ein Zweites hinzu. Ich kann mich in meinen Gedanken und Sorgen verlieren. Ganz bei mir selbst weilen. Quasi "zu Hause bleiben". Oder ich kann aus dem Haus meiner Gedanken und Sorgen auf- und ausbrechen und meinen Blick für anderes weiten.

Für mich als Christ ist der Mai mit den austreibenden Bäumen, den bunten Blumen und der mich wärmenden Sonne eine Einladung. Die Einladung Gottes, mich an seiner Schöpfung zu freuen. Das nimmt mir nicht alle Ängste und Sorgen, aber es weitet meinen Blick und macht mich innerlich glücklich. Ich versuche diese Einladung Gottes in diesen Tagen anzunehmen und stimme fröhlich mit meinem Sohn Linus ein: "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus."

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