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Das Hoffnungsbäumchen
Bild: Christine Jäger/Privat

Das Hoffnungsbäumchen

Susanna Petig
Ein Beitrag von

Susanna Petig,

Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder
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Einer vom Kirchenvorstand hatte die Idee.

Gleich zu Beginn des Corona-Lockdowns,
als alle Versammlungen verboten waren, auch die Gottesdienste.

"Wenn unsere Kirche doch offen ist für das persönliche Gebet", sagte er,
"dann könnten wir doch ein Bäumchen dort aufstellen,
und die Menschen können Zettel daran hängen,
auf denen ihre Sorgen, Wünsche und Hoffnungen stehen."

Gesagt, getan.
Nicht lange danach ziert ein Kübel mit einem jungen Apfelbaum unseren Altarraum.

"Das Hoffnungsbäumchen" – so wird er schon bald genannt.
Und er kommt offensichtlich gut an in der Gemeinde – bald hängen so viele Zettel daran, dass wir zusätzlich zwei Leinen spannen und einen Teil der Zettel umhängen müssen.
Das Bäumchen soll ja keinen Schaden nehmen.

"Lieber Gott, pass auf meine Familie auf!", heißt es auf so manchem Zettel.

Oder: "Hilf, dass meine Freunde gesund bleiben!"

Oder auch: "Ich wünsche mir, dass das Schwimmbad bald wieder offen ist!"

Kindliche und erwachsene Schriftzüge sind zu erkennen.
Und das Bäumchen blüht.
Wunderschöne rosa-weiße Blüten, und eine ganze Menge davon.

Wie ein Fingerzeig ist das.
Wie hab ich es bedauert, als die Blütezeit vorbei war! -

Inzwischen feiern wir wieder Gottesdienste in der Kirche.
Unser Hoffnungsbäumchen hat seinen dauerhaften Platz draußen auf der Kirchenwiese gefunden, wo es sich sicher wohler fühlt als in einem geschlossenen Raum.

Und es trägt inzwischen Früchte.
Etwas zaghaft noch, aber deutlich sichtbar.

Mir ist, als wollte es uns sagen: "Seht, die Hoffnung trägt Früchte! Eure Sorgen, Wünsche und Hoffnungen sind bei Gott gut aufgehoben. Bleibt fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet!" (Röm. 12,12)

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