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Wellerman
GettyImages/duncan 1890

Wellerman

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von

Dr. Fabian Vogt,

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in:Wer hätte gedacht, dass ein mehr als 150 Jahre altes Seemannslied plötzlich überall in den Charts auftaucht und die Menschen zum Mitsingen einlädt? Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Du bist auch Musiker. Worum geht’s‘ eigentlich beim Lied „Wellerman“ und warum hat das Lied so einen unglaublichen Erfolg?

In Neuseeland, wo das Lied herkommt, da kannte jeder die „Wellermen“. Das waren die Angestellten der Brüder Weller. Edward, George und Joseph Weller hatten damals einen florierenden Handelsposten. Von dem aus belieferten sie die Matrosen, die wochenlang auf See waren.

Das heißt, jeder Seemann wusste: Wenn ein „Wellerman“ kommt, dann gibt es endlich wieder all das, was ein Leben lebenswert macht. Damals Zucker, Tee und Rum.

Und die „Wellermen“ wurden schon bald zu Symbolfiguren, auf die die ganze Sehnsucht projiziert wurde: Wenn der „Wellerman“ kommt, dann geht’s uns wieder gut.

Sagen darum viele, dass dieses Lied der Corona-Pandemie seinen Erfolg verdankt?

Auf jeden Fall. Wie die Matrosen damals ewig lang in ihren engen Kajüten leben mussten und davon sangen, dass hoffentlich bald wieder ein bisschen Genuss möglich ist, warten wir auf das Ende der Pandemie.

Nebenbei: Menschen haben in Krisen schon oft angefangen, Lieder über ihre Sehnsüchte zu singen. Schon in den biblischen Psalmen heißt es: „Singt Gott ein neues Lied, denn er kann Wunder tun.“ Solche Lieder brauchen wir auch heute.

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