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Was Fantasie und Feinripp verbindet
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Was Fantasie und Feinripp verbindet

Marcus C. Leitschuh
Ein Beitrag von

Marcus C. Leitschuh,

Katholischer Religionslehrer und Autor, Kassel
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Jetzt im Sommer heiraten besonders viele Menschen. Als Hochzeitsgast stellt sich dann immer wieder die Frage, was man schenken soll. Meine Frau Kerstin und ich haben uns dazu Gedanken gemacht. Unser Ergebnis: Wir verbinden einen klassischen Wunsch mit einem ungewöhnlichen Begriff aus dem Alltag. Ein paar Beispiele: „Fantasie“ verbinden wir mit „Feinripp“, „Blödsinn“ verbinden wir mit „ Barmherzigkeit“ und „Mitgefühl“ mit „Meerrettich“. In unserer Ehe erleben wir immer wieder: Es ist wichtig, die hohen Erwartungen und Wünschen an eine Beziehung mit den „Fallen des Alltags“ zu verbinden. Aber auch mit ihren Chancen. Es braucht Mitgefühl, aber manchmal auch die notwendige Schärfe – so wie sie der Meerrettich mitbringt und in die Nase steigen lässt. Eine gute Beziehung zeichnet sich durch Fantasie aus. Fantasievoll verpacke ich ein Geschenk, fantasievoll kann der Gutschein für gemeinsame Zeit sein. Fantasien haben und leben macht Freude, hält wach und zeigt Lebendigkeit. Fantasie zaubert ein Lächeln, lässt den Alltag unvorhergesehener und abwechslungsreicher werden. Die Kraft der Fantasie kann auch in trüben Momenten die Hoffnung auf einen neuen Arbeitsplatz oder bessere Gesundheit wach halten. Sie kann Sehnsucht wecken und Licht erahnen, wo nur Dunkelheit scheint. Fantasie zeigt immer auch die Möglichkeit, dass Dinge in Zukunft anders werden, vielleicht besser sind. Fantasie schenkt eine Ahnung, dass Träume Realität werden können. Zum Alltag gehört aber auch das Unterhemd aus Feinripp, die Jogginghose, die so unglaublich praktisch ist, aber nicht der neusten Mode entspricht. Das Abschminken und die anderen Alltäglichkeiten. Es macht die Kraft der Ehe aus, zwischen Alltag und Träumerei, Feinripp und Fantasie immer wieder Wege zu finden und beides zu verbinden, manchmal auch zu versöhnen. In der Ehe von meiner Frau und mir fühlen wir uns immer wieder in allen diesen Situationen von Gott getragen, gesegnet und beschützt. Gott ist nicht nur am Hochfest der Hochzeit dabei. Er bleibt im Alltag dabei. Er motiviert zur Fantasie ebenso wie zum Durchhalten bei den Themen des Alltags. Gott steckt sozusagen im Feinripp und im Meerrettich. Nichts ist ihm als Begleiter einer Ehe zu alltäglich. Ob Offenheit und Opferbereitschaft oder Neugier und Nachhaltigkeit: Es gibt sicherlich mehr als 100 gute Wünsche für eine Hochzeit und die Zeit danach. Für alle gilt: Gottes Segen will immer mit dabei sein.

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