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Vertrauensselig
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Vertrauensselig

Jochen Straub
Ein Beitrag von

Jochen Straub,

Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Limburg
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Vor kurzem bin ich über ein besonderes Wort gestolpert. Es heißt: vertrauensselig. Das Wort war mir zuerst sehr fremd. Es schien mir ein altes Wort zu sein – ein Wort, das man heute nicht mehr so gebraucht.

Wie kostbar ist Vertrauen

Ich habe es dann ein paar Mal ausgesprochen: vertrauensselig. Dadurch ist mir das Wort wieder vertraut geworden. Je öfter ich es gesprochen habe, desto schöner fand ich es. Vertrauen: wie kostbar ist das. Vertrauen in meine Mitmenschen, Vertrauen in meine Umwelt, Vertrauen auf Gott – ja, auch Vertrauen auf mich selbst. Natürlich gibt es auch die andere Seite, die mein Vertrauen manchmal missbraucht. Ich denke an die vielen Enttäuschungen, die daraus entstanden sind, und an die Kraft, die es kostet, immer wieder Vertrauen zu haben. Ich finde es wichtig, diesen Mut immer wieder zu fassen und merke, es macht mich froh und es macht mich stark, Vertrauen zu haben.

Vertrauen ermutigt und stärkt

Das verändert dann auch meine Umwelt – die Menschen, mit denen ich zu tun habe. Vor kurzem hat mir jemand gesagt: „Danke, dass du mir vertraut hast.“ Im darauf folgenden Gespräch wurde mir deutlich: Der Mensch hätte sich sonst nicht getraut, etwas Wichtiges zu tun, wenn ich ihm dieses Vertrauen nicht geschenkt hätte. Danke, dass du mir vertraut hast – dieser Satz hat uns beide verändert. Den Menschen, dem ich vertraut habe, und mich selbst, der ihm dieses Vertrauen geschenkt hat. Es hat mich ermutigt: Mach so weiter. Und dann stellte sich genau dieses Gefühl ein, das das Wort vertrauensselig wohl meint: dieses Vertrauen hat mich selig gemacht, froh und mutig.

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