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Nur ein Gebet weit entfernt
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Nur ein Gebet weit entfernt

Guido Hepke
Ein Beitrag von

Guido Hepke,

Evangelischer Pfarrer, Weilburg
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Marie blickt sich staunend um. Die Fünfjährige ist das erste Mal in der Schlosskirche in Weilburg. Mit den anderen Kindern aus ihrer KiTa besichtigt sie die Kirche. Da gibt es viel zu entdecken.

„Du, Gott wohnt doch hier bei dir in der Kirche.“

Auf einmal zupft das Mädchen an meinem Ärmel: „Du, Gott wohnt doch hier bei dir in der Kirche.“ Ich finde es schön, wie sie das sagt, und erwidere: „Ja, hier in der Kirche spüren viele Menschen: Gott ist da.“ Und ich sage weiter zu dem Mädchen: „Aber Gott wohnt auch an vielen anderen Orten. Auch bei dir zu Hause kannst du spüren: Gott ist dir nahe. Zum Beispiel wenn du am Abend vor dem Einschlafen betest.“

"Ein Haus für Gott bauen – das geht eigentlich gar nicht"

Wo wohnt Gott? Wo ist man Gott besonders nahe? Das war schon eine Frage  beim ersten Tempel in Jerusalem. Die Bibel erzählt: König Salomo hat ihn gebaut. Als der Tempel fertig ist, betrachtet der König sein Werk. Ihm ist völlig klar: Ein Haus für Gott bauen – das geht eigentlich gar nicht. Das können Menschen überhaupt nicht. Denn Gott ist doch so viel größer!

Deshalb betet Salomo: „Der Himmel und aller Himmel Himmel können dich, Gott, nicht fassen!“ (1. Könige 8,27)

Für Gott gibt es keine Grenzen

Für Gott gibt es keine Grenzen. Schon Wolken haben überall Reisefreiheit. Sie brauchen kein Visum. Gottes Freiheit ist unvorstellbar weiter und größer.

Gott lässt sich nicht einengen; nicht begrenzen auf die Räume, die wir ihm zugestehen wollen. Und auch nicht auf die Bilder, die wir uns von ihm machen. Aber Gott macht von sich aus Zusagen. Er lässt sich von uns finden.

Die Kirche - ein Ort der Stille

Salomo weiß: Ich kann in den Tempel gehen und beten. Der Tempel gibt mir den Raum und die Zeit, um Gott nahe zu sein. Genauso erleben Menschen heute die Kirche als Ort der Stille. Im Gottesdienst empfinden sie: Gott ist da.

Gott ist immer nur ein Gebet von uns entfernt

Andere fühlen sich in der Natur mit Gott verbunden. Hier spüren sie: Gott ist der Schöpfer allen Lebens. Egal, wo wir sind – überall gilt: Gott ist immer nur ein Gebet von uns entfernt. Er ist und bleibt in unserer Nähe.

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