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Manche Alarmglocken läuten leise
Bildquelle: hsmith/Pixabay

Manche Alarmglocken läuten leise

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Heute standen sie in Darmstadt wieder vor Gericht, die Eltern. Ihre Tat ist so furchtbar, dass man am liebsten davon nichts  wissen möchte. Es steht aber in allen Zeitungen und ist auch im Fernsehen. Erst töten sie ihre beiden Kinder. Dann zünden sie ihr Haus an. Sie selbst setzen sich in ihrer Garage ins Auto, um sich das Leben zu nehmen. Aber sie werden gefunden. Und verhaftet. Jetzt stehen sie vor Gericht. Ein Albtraum.
Sie waren am Ende. Oder schon darüber hinaus. Ihr Leben war vorbei, dachten sie. Finanziell. Zwangsvollstreckung des Besitzes. Das ist der Tiefpunkt. Sie wussten nicht mehr weiter. Vielleicht Obdachlosigkeit. Nie mehr Geld bis zum Lebensende; ihre Kinder auch nicht. Das wollten sie sich wohl ersparen. Sie sahen keine Rettung mehr, für nichts. Der Tod war ihnen lieber als das Leben. So tief kann man sinken.
Wenn niemand auf einen aufpasst. Jeder Mensch braucht jemanden, der auf ihn Acht gibt. Der kleine Zeichen sieht auf dem Weg in den Untergang. Der nicht wegsieht, nicht weghört. Manche Alarmglocken läuten leise, fast lautlos. Sind vielleicht nur eine Handbewegung; ein Zucken im Gesicht; ein versteckter Seufzer oder so. Und man ahnt: hier läuft etwas verkehrt. Hier sollten wir nachfragen; bloß nicht spotten oder verurteilen. Jeder Mensch braucht einen Menschen, der auf ihn aufpasst. Niemand kann es alleine, das Leben. Seien Sie bitte ein Mensch, der aufpasst. Nicht neugierig, sondern freundschaftlich; liebevoll. Achten Sie auf winzige Zeichen. Gott liebt die Achtsamen.

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