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Gott, du bist dran!
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Gott, du bist dran!

Johanna Fröhlich
Ein Beitrag von

Johanna Fröhlich,

Evangelische Pfarrerin, Frankfurt am Main
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Wenn bei mir gar nichts mehr geht, sage ich: „Gott, du bist dran!“ Wenn ich keinen Ausweg sehe. Dann gebe ich ab an Gott.

"Vater, ich lege mein Leben in deine Hand"

Abgeschaut habe ich mir das bei Jesus. Der Karfreitag heute erinnert an seinen Tod am Kreuz. Was Jesus vor seinem Tod gesagt hat, ist in der Bibel überliefert: Wie diese Worte: „Vater, ich lege mein Leben in deine Hand.“ (Lukas 23,46, Basisbibel)

Jetzt kann nur noch Gott helfen

So hatte Jesus nicht zum ersten Mal gesprochen. Für einen frommen Juden ist das ein bekanntes Gebet aus einem Psalm (Psalm 31,6). Mit diesen Worten legt Jesus sich, seinen Geist und sein Leben in Gottes Hand. Auch jetzt, in seiner dunkelsten Stunde. Weil er weiß: Ich kann jetzt nichts mehr tun. Jetzt kann nur noch Gott helfen.

Karfreitag ist ein Tag, der ermutigt, Krisen nicht auszublenden

„Gott, du bist dran.“ Das ist ein Satz für Momente, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Wie die Menschen, die jetzt einsam im Sterben liegen, weil sie keinen Besuch bekommen können. Aber auch, wenn es nicht ums Sterben geht, sondern ums Leben und die Krisen darin, passt das: Gott, du bist dran. Wie der Ladenbesitzer, der kurz davor ist sein Geschäft zu schließen. Oder die alleinerziehende Mutter, der die Kraft ausgeht für Homeoffice und Kinder gleichzeitig. Karfreitag ist ein Tag, der ermutigt, solche Krisen nicht auszublenden.

"Gott, du bist dran. Hilf mir!"

Wenn ich nicht weiß wohin mit diesem Ohnmachtsgefühl, dann versuche ich, es wie Jesus zu machen: Ich wende mich an die Macht selbst: Die Allmächtige, den Retter, den Tröster. „Gott, du musst das jetzt lösen. Ich kann es nicht.“ So bete ich, wenn mir die eigenen Sorgen zu viel werden. „Vater, ich lege alles in deine Hand.“ Und dann löst sich etwas. Ich gebe nicht auf. Ich gebe mich ab - an Gott. Ich öffne mich für Gott. Und sage: „Gott, du bist dran. Hilf mir!“

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