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Marilyn Monroe
Bildquelle Pixabay

Marilyn Monroe

Tanja Griesel
Ein Beitrag von

Tanja Griesel,

Evangelische Pfarrerin, Kassel

Heute wäre Norma Jeane Mortenson 90 Jahre alt geworden. Besser bekannt als Marilyn Monroe. Ich bin ein Fan ihrer Filme. Als Kind mochte ich besonders gern: „Wie angelt man sich einen Millionär“. Eine skurrile Komödie, in der drei Models versuchen, einen reichen Ehemann zu finden. Marilyn Monroe spielt das Model Pola. Die ist kurzsichtig und trägt aus Eitelkeit keine Brille. Deshalb rennt sie gegen Möbel, hält Bücher falsch herum und redet mit Stehlampen. 
„Unvollkommenheit ist Schönheit“, soll Marilyn Monroe einmal gesagt haben und das passt zu ihrer Rolle als Pola. Doch im wahren Leben arbeitete sie sehr hart an sich, um perfekt zu sein. Um das Gewicht zu halten, gab es tagsüber nur eine Tasse Milch mit zwei rohen Eiern. Die Sonne mied sie, um ihre Haut vor Faltenbildung zu schützen. Ihre Haare wurden chemisch geglättet, die Ansätze gebleicht, die Längen blondiert. Es dauerte Stunden bis das Make-up so war, wie sie es haben wollte.

Marilyn Monroe hat sich selbst inszeniert und so eine Kunstfigur geschaffen. 50 Jahre später ist der Wunsch nach körperlicher Selbstoptimierung nicht allein mehr Hollywood-Divas vorbehalten. Nein, wollen wir nicht auch ein bisschen Marilyn sein und an uns arbeiten? – Und hart an sich und seinem Körper zu arbeiten, das gilt längst auch für Männer! Viele versuchen so lange es geht, schön, schlank, gesund oder sportlich zu bleiben. Anderenfalls heißt es: „Ich habe heute leider kein Foto für dich!“

Vielleicht leiden wir - wie die Filmfigur Pola - an einer starken Kurzsichtigkeit: Wir nehmen uns nur verschwommen wahr, oft defizitär und nicht, wie Gott uns sieht. Ich glaube: In seinen Augen ist jede und jeder von uns wunderbar gemacht. Niemand muss sich verstellen oder verbiegen, um fragwürdigen Idealen oder den eigenen völlig überzogenen Ansprüchen zu entsprechen. Natürlich bin ich nicht immer zufrieden mit mir. Aber dann versuche ich, mich durch diese Brille Gottes zu sehen. Das hilft mir, barmherzig mit mir zu sein, mich mit meinem Körper und den vermeintlichen Fehlern zu versöhnen.

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