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Im engsten Familienkreis
Bild: Photorama/Pixabay

Im engsten Familienkreis

Klaus Nobiling
Ein Beitrag von

Klaus Nobiling,

Evangelischer Pfarrer im Kirchspiel Lichtenfels-Goddelsheim
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Unsere Lokalzeitung schlage ich meistens hinten auf. Denn auf den letzten Seiten stehen die Traueranzeigen. Da ich viele Menschen in unserer Umgebung kenne, nehme ich Anteil, wenn jemand gestorben ist. Eine Traueranzeige ist für mich immer noch die öffentliche Würdigung eines Mitmenschen.

An welchen Trauerfeiern nehme ich teil?

Bei Bekannten oder Nachbarn gehe ich selbstverständlich zur Trauerfeier. Es tut den Angehörigen in der Regel gut zu sehen, wie viele Menschen den Verstorbenen gemocht haben.

"Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt"

Todesanzeigen sind sehr formal, da hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Bis auf eine Ausnahme: In letzter Zeit lese ich häufiger den Satz:
"Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt".

Wie drücke ich mein Beileid aus?

Das macht es mir schwierig. Einfach auf die Beerdigung gehen kann ich ja nicht.
Ich muss mir etwas anderes ausdenken; vielleicht eine Karte schreiben. Oder später mal auf einen Besuch vorbeikommen.
Oder ganz einfach beim nächsten Treffen auf dem Bürgersteig mein Mitgefühl aussprechen.

Tut gut mit anderen das Leid zu teilen

Ich verstehe das Bedürfnis, in der Trauer allein zu sein. Weiß aber auch, wie gut es tut, wenn andere mein Leid teilen.
Eine öffentliche Beerdigung macht es da einfacher.
Gemeinsam zu trauern und eine würdevolle Bestattung zu begehen, stärkt eine Gemeinschaft. So habe ich es immer erlebt und empfunden.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Gut, wenn wir öffentlich gemeinsam trauern. Weil wir dann zusammen spüren: Wir leben gemeinsam und trauern gemeinsam, wir lachen zusammen und weinen zusammen. Denn geteiltes Leid ist immer noch halbes Leid.

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